Sonntag, 23. Oktober 2011

Aber wer will schon allein sein?

Würde es mich nicht so verletzlich machen, würde ich ein Buch schreiben. Ich würde dir darin erzählen, dass ich mich nie zuvor in jemanden auf Anhieb so sehr verliebt hab. Und dass ich mit dir die schönste und grauenvollste Zeit meines Lebens hatte. Mir hat noch nie jemand so unglaublich viel bedeutet, mich hat noch nie jemand so sehr verletzt und ich hab nie so lange gebraucht, um über irgend einen Schmerz hinwegzukommen.

Ich würde dir diesen Schmerz so gerne beschreiben.
Am Anfang war er lähmend. Ich hab mich taub gefühlt, nicht nur innerlich, auch äußerlich. Das ging wenige Tage so. Dann ist es aufgewacht. Es hat gebissen und um sich getreten, so dass ich das Gefühl hatte, ich muss mich selbst beisammen halten. Es hat mich mitten in der Nacht geweckt, es hat gebrüllt, mich gedemütigt, es hat mich innerlich zerfetzt. Es hat mir jegliches Gefühl genommen, Freude, Hunger, Hass, sogar die Trauer.
Müsste dieser Schmerz irgendwas verkörpern, dann wäre es vielleicht ein wildes Tier. Obwohl es mich kaputt machen wollte, wollte ich es nicht hergeben. Es war ein Teil von mir. Es ist ein Teil von mir.
Irgendwann ist es eingeschlafen, aber es war da. Ich hab gespürt wie es zuckt, wie es atmet. Im Bewusstsein, wie empfindlich es auf Emotionen reagiert, hab ich aufgehört zu fühlen. Das tat gut. Aber du warst immer noch viel zu präsent. Ich hab dich gesehen, ständig, du warst überall, von Zeit zu Zeit überkamen mich Wachträume. Ich hab diese Momente geliebt. Ich wollte, dass es mir schlecht geht, damit du mir nah bist. Ich habs provoziert. Und es hat funktioniert.
Irgendwann hab ich angefangen, einen kleinen Käfig um das Tier herum zu konstruieren. Es ist nicht aufgewacht. Seitdem geht es mir gut. Ich kann dich ertragen.

Nur manchmal, da wacht es auf. Dann brüllt es, rüttelt am Käfig. Aber es wird langsam alt, es ist entkräftet.
Und trotzdem ist es da. Als ein Teil von mir. Bis ich bereit bin, es sterben zu lassen.


Aber wer will schon allein sein?

I wish he knew

While wlaking I heard an old lady say "I've been in love with the same man for almost 50Years"
I was touched, but the she said "I wish he knew"
Find me.
Love me.
Marry me.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Dream a little dream


Ich habe von dir geträumt
wie jede Nacht.....
und wie jeden morgen werde ich wach
und merke, dass du nicht mehr da bist.....

Mittwoch, 5. Oktober 2011

"I'm selfish, impatient and a little insecure. I make mistakes, I am out of control and at times hard to handle. But if you can't handle me at my worst, then you sure as hell don't deserve me at my best."

Montag, 3. Oktober 2011

Sonntag, 2. Oktober 2011

This Life is yours

Look at you. You are young.
And you are scared. Why are you scared ?
Stop being paralyzed. Stopp swallowing your words.
Stop caring what other people think.
Wear what you want. Say what you want. Listen to the music you want to listen to.
Play it loud as fuck.
And dance to it.
Go out for a drive at midnight and forget you hve your work in the morning.
Stop waiting fpr Friday.
Live NOW
Do it NOW
Take risks. Tell secrets.
This life is YOURS

Freitag, 30. September 2011

First love

Maybe your first love is the one that sticks with you because it's the only person who will ever receive all of you.
After that, you lern better, but most of all, no matter what, a piece of you forever remains left behind in the heart of the one you loved - a piece of no future lover could ever get, no matter what.
That piece holds innocence, the belief that love really can last forever .
It holds friendship and pain, trail and error, that one kiss you'll never forget and that night under the stars you can never get back.
It holds youth and everything and you thought love would be, everything that was proven wrong.

To Do List

Advice for young girls

Donnerstag, 29. September 2011

It`s in your nature - it`s not your fault

Now be both will drown...

"A scorpion and a frog. Ever heard of them?"
"......"
"A scorpion wants to cross a river, but he can`t swim. He goes to a frog, who can. And asks for help.
Frog says: I`d give you a ride on my back, go`d go and sting me.
Scorpion replies: It won`t be in my interest to sting you because I`m on your back. So we`d both gonna drown...
The frog thinks about that for a while and accepts the deal. Takes the scorpion on his back, braves the waters. Halfway over he feels a burning speer in his side. And realizes the scorpion has stung him after all.
The frog cries out: "Why did you sting me, Scorpion?? Now we both will drown..."

Scorpion replies: "I can`t help it. It`s in my nature."
"

"So what that`s supposed to mean?"

"Means what it says. A scorpion does what`s in it`s nature."

Same old story. They lie in bed. She`s sad. She`s crying. She asks him "Do you really love me?"
"Of course", he says. "I do..."

Why would someone ask that and decide a few weeks later, after that question, to end it all for ever?

For no reasons... there are no reasons. Scorpions do what`s in their nature.

Mittwoch, 28. September 2011

Fairy tales


When I was a little girl I used to read fairy tales.
In fairy tales you meet prince charming an he´s everything you ever wanted.
In fairy tales the bad guy is very easy to spot. The bad guy is always wearing a black cape so you always know who he is.
Then you grow up and you realize that prince charming is not as easy to find as you thought.
You realize the bad guy is not wearing a black cape and he is not easy to spot.
He is really funny and he makes you laugh an he impresses you.
And he has the perfekt hair.
Good morning texts
Kisses on the forehead
really long goodbyes
holdings hands
silence that isnt awkward
waking up beside you

Dienstag, 13. September 2011

Schau zurück denn ich geh

...

Nein, ich bin es nicht und ich war es auch noch nie.
Die Person die du kennst gibt es nicht mehr. Hier steht jetzt jemand anderes.
Das „Warum?“ oder „Wieso?“ kann ich dir nicht beantworten.
Doch wer weiß schon wie er lernte ein Fahrrad zu fahren wenn er einfach Fahrrad fährt?
Ich weiß nur dass ich jetzt dies bin!
Ein anderer, etwas anderes was du nicht kennst und auch nicht mögen wirst.

Ich habe vieles geändert!
Meinen Gang, meinen Sprachstil, meine Vorzüge, mein Erscheinen und mein Leben.
Ja, mein Leben ist nun ein anderes.
Ich stelle mich nicht mehr zwischen zwei Leben sondern nur noch zu einen. Meinem!

Du sagst, irgendwas willst du von mir noch sehen, erfahren oder hören!
Doch ich kann dir nur sagen das dass was du sehen, hören und erfahren wirst nichts für dich seien wird.
Es kann nichts für dich sein!
Zwischen uns sind nicht nur Kilometer, Seen oder Städte sondern auch zwei ganze Welten.
Wärst du auf der Erde, wäre ich auf dem Mars!

Niemals werde ich es wieder ändern können und die Alte werden.
Ich sehe keinen Grund dafür und brauche das hier nun mehr als dich!
Das hier ist alles was mich berührt und nicht mehr deine Hände wenn wir uns einander nähern.
Nein, blick nur zurück denn nur in deiner Erinnerung bin ich noch da!

So zieh ich jetzt weiter und lasse dich allein.
Ja, blick mir ruhig nach und glaube an das gute im Menschen.
Ein Beispiel sollte nicht für alle gelten.
Siehst du in Jahren wieder zurück, dann behalte das was noch übrig ist.
Das ist das einzige, was irgendwann noch bleiben kann!

Donnerstag, 25. August 2011

Immer

am nächsten morgen erinnert nur das nasse papier an die linien der nacht… und ich male weiter…

und so sitzen wir wieder hier…
du guckst in eine andere richtung als ich, das hast du schon immer gemacht… ich habe versucht meine augen dahinzuwenden… in die selbe richtung zu blicken wie du…
doch ich sehe da nichts…nicht dich, nicht mich. schon gar nicht uns.

und das war schon immer so….

ich habe versucht bilder zu erkennen…bilder da in deiner richtung…
ich habe sie versucht zu deuten …. da waren keine bilder.
dort siehst nur du etwas.

deine gedanken sind immer noch bei ihr. ihr seht die selben bilder…
ihr malt euch eure welt… immer noch.
und ich sitze dazwischen… und sie sitzt dazwischen… und wir versuchen beide eure bilder zu sehen…

und das wird immer so sein.

ich wende den bilck ab… versuche meine eigenen bilder zu malen…
doch immer wieder schwenkt mein blick ab… immer wieder der versuch zu erkennen was du siehst. immer wieder der verzweifelte versuch zu verstehen….

und das war schon immer so.

ich komme da nicht raus …ich weiß nicht wie ich mich lösen soll… die farben meiner bilder verblassen…mehr und mehr u immer wieder … ich male die linien nach… täglich… abends sind sie verblasst…. weg. am nächsten morgen erinnert nur das nasse papier an die linien der nacht… und ich male weiter…

und das wird immer so sein.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Filmriss.? - Nö, ich weiß noch alles.

Ich steh' auf weiße TShirt's, aber nicht auf dich. Licht aus. Verdammt. Schwindelgefühle.Moment, wo kommt die zusätzliche Zunge in meinem Mund her.?

Konzert vorbei. Ich habe zu viel getrunken. Viel zu viel. Wozu teilt man sich zu zweit zwei SixPack Bier, wenn der eine kein Bier trinkt.? Wir verschwenden das Bier nicht. Ich trinke es. So besoffen wie ich sein müsste, bin ich gar nicht. Du bist da, du wirst auf mich aufpassen. Warte, die kennen wir doch. Die Welt ist so verdammt klein. Wie oft hatte ich das an dem Abend eigentlich gerufen.? Sehr oft und viel zu laut. Nach dem ganzen gestolper', was ich immer noch als laufen verkaufe, landen wir schließlich in einer Wohnung. Sie sind alle viel älter, dass weißt du. Ich muss auf dich aufpassen, nicht andersrum. Was wird dein Vater bloß denken, wenn er wüsste, dürftest du nie wieder zu mir. Egal. Er weiß es nicht und wird es auch nie erfahren.
Warum guckt er so.? Nein, ich steh' nicht auf dich. Tat ich nie. Jetzt tu' nicht so als hättest du Interesse an mir. Du bist doch nur untervögelt. Darauf lasse ich mich nicht ein. Ganz bestimmt nicht. Ja, und wieso bin ich mit dir jetzt dennoch mitgekommen.? Und wieso stehen wir jetzt hier und reden um die Grütze rum.?

Treppenhaus. Ich gehe runter. Ganz langsam. Du bist vor mir. Ich mag dein weißes TShirt. Ich steh' auf weiße TShirt's, aber nicht auf dich. Licht aus. Verdammt. Schwindelgefühle. Kotzen ist nicht drin. Moment, wo kommt die zusätzliche Zunge in meinem Mund her.? Super. Wir sind mittendrin. Ja, fass ruhig mein Fett an. Mir ist sowieso alles egal.

Wie sind wir jetzt hier draußen gelandet.? Hätte ich bloß etwas anderes angezogen. Das Kleid sieht lieb aus. Ist es nicht. Wenn man weiß was man will. Wir werden heute Abend nicht ficken. Nein. Niemals. Ich blase dir auch keinen. Du spinnst doch. Kein komm' schon. Niemand kommt hier. Und nimm' deine Hand da weg, ich sage doch, hier kommt heute niemand. Ob ich einen Orgasmus habe.? Wovon denn du Genie.? Wieso stöhne ich so unnötig viel.? Ach, tu' ich ständig. Deswegen auch dieses ständige 'Psst, *****, nicht so laut'
Wieso entschuldige ich mich.? Es tut mir nicht leid. Es ist mir egal. Wieso gehen meine Hände jetzt plötzlich von alleine Richtung Spaßland.? Moment. Wo ist der Busen.? Kein Busen. Ok. Kein Busen. Kein Busen.? Weiter runter, da muss doch .... na aber HALLO. Ich kenne Vagina's. Ich weß wie Vagina's aussehen. Ich weiß wie Vagina's sich anfühlen. Das ist ganz bestimmt keine.

Verdammt. Was mache ich da mit meiner Hand. Ich wollte doch gar nicht. Wie bin ich jetzt auf meine Knie gekomm'.? Sonst bringt mich nichts runter. Das Aufstehen ist mir doch viel zu anstrengend. Und meine Knie. Meine armen Knie, den Dreck krieg' ich doch nicht weg. Es ist keine Vagina. Auch kein Lolli, dennoch behandel' ich es wie eins. Super.

Was sollen diese Pausen.? Die bringen mich völlig aus dem Konzept. Ich weiß so schon nicht was ich hier tue.

Hand voll Sperma gefällig.? Was soll ich jetzt damit.? Mein Kleid versaue ich mir nicht damit. Kannst du vergessen. Ich hätte es schlucken sollen. Wieso habe ich nicht.? Dein weißes TShirt. Eignet sich super als Handtuch. Danke. Sollte nicht er danke sagen.? Verdammt, wann habe ich in die Brennessel gefasst.? Man. Ausschlag und dreckige Knie. Der Abend ist ein voller Erfolg. Du fragst ob es unter uns bleibt.? Nö.

Ich denke über die Liebe erst wieder nach, wenn sie mir begegnet.

...Sagte ich einem Freund und dachte, dieser Satz gehört an meinen Kühlschrank, in meine Brieftasche, auf meine Stirn eingeritzt.

Wenn man mich vor drei Tagen, ach was, zehn Stunden, gefragt hätte, wie es mir jetzt nach der Trennung ginge, hätte ich geschluckt, geweint und schniefend geantwortet: " Na ja...".

Heute liege ich hier, in seiner Bettwäsche. Nur ein Handtuch um den Körper gebunden und dabei das erste Essen seit Wochen zu mir zu nehmen.
Wochen habe ich Tränen vergossen, denn so macht man das doch. Man weint der verlorenen Liebe hinterher. Manchmal demütigt man sich dabei etwas, setzt alles auf die vermeintlich letzte Karte um noch einmal laut "Roxanne" vor seinem Fenster zu singen oder einen schmachtenden Abschiedsbrief in den Briefkasten, genannt Posteingang zu werfen.
Dann aber hat man einen klaren Moment.

Ich wache auf, sehe was wir hatten, aber nur noch aus der Ferne. Sehe wie er jetzt ist. Ganz anders, als vor Monaten. Kühl. Verletzend.
Sehe mich vor Monaten. Verliebt und unsicher.
Blicke weiter und sehe mich vor Jahren. Verliebt. Verunsichert.

Was bleibt übrig?

Der Schmerz. Weltschmerz, könnte man sagen.
Es wird geheult, die Freundin wird am Telefon über Wochen belästigt und Kilo für Kilo schmilzt der Beziehungsspeck in eine wohlgeformte 36.
Der Mann war der Eine. Bis der nächste kommt und man den anderen relativiert. Ach na ja, so gut war er dann doch nicht.

Heute ist dieser Tag vor dem Neuen gekommen. Zum Glück!
Sich immer nur durch eine neue Partnerschaft aufzufangen ist doch anstrengend.

Aufzuwachen, noch eine letzte Träne zu verdrücken und festzustellen es geht weiter, ohne ihn, ohne sie alle.

Sie alle haben jetzt ein Leben, welches ich mir nicht ans Bein binden würde. Sie alle haben Eigenschaften, die ich teilweise abgrundtief hasse. Ich bin auch nicht mehr die Frau aus der letzten Sommerromanze oder sogar die Frau, die vor drei Wochen einsam und eingeigelt beschloss niiiiiie wieder aus dem Bett zu steigen.

Wer ich bin?
Ich habe keine Ahnung.

Trotzdem wäre es müßig sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Wenn die Liebe vor mir steht, ist es wieder an der Zeit an sie zu denken. Alles davor ist reine Qual und Marter.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Minuten im Leben

"Ich weiß nicht, was ich noch machen soll!"

Betrunkenes Geschwätz, denke ich mir. Betrunkenes Geschwätz. Und trotzdem berührt es mich.

"Ich liebe sie doch! Wie kann sie denn jetzt nur so abweisend sein? Sie hat mich doch auch mal geliebt! Das kann doch nicht einfach so weg sein?"

Da ist nichts, was ich sagen könnte, oder tun, um ihm zu helfen. Ich denke mir, dass Männer nicht weinen sollten. Trotzdem berührt es mich. Und macht mich auf eine sonderliche Art traurig. Meinetwegen weint niemand.

"Wenn ich sie jetzt hier so sehe, dann weiß ich: Das ist die Frau die ich heiraten möchte! Ich hab echt Angst davor, dass sie einen Anderen haben könnte. Das könnte ich nicht ertragen!"

Es fällt mir nichts ein, das ich sagen könnte. Er dreht sich weg von mir. Will nicht mehr, dass ich seine Tränen sehe. Ich lege meine Hand auf seinen Rücken. Eine Geste des Trostes, obwohl ich doch ganz genau weiß: Es gibt keinen Trost. Da ist nichts, was den Schmerz lindern könnte. Man muss ihn aushalten, bis er nachlässt. Ebenso die Verzweiflung.

"Ich weiß nicht, was ich noch machen soll! Ich würde ja vor ihrem Balkon Gitarre spielen, einen Song singen, der nur für sie geschrieben wurde. Aber sie hat leider keinen Balkon..."

Er auch keine Gitarre. Und singen kann er auch nicht. Aber das spielt in dem Moment keine Rolle.
Was mir einfällt, sind Vorwürfe. Dass es zu spät ist. Dass er sich früher hätte bemühen müssen. Dass es nicht hilft sie täglich 10 mal anzurufen. Ich spreche es nicht aus. Will es ihm nicht noch schwieriger machen. Ich weiß doch, wie das ist, mit der unerfüllten Liebe. Es gibt keine Worte, die helfen. Keine Erklärungen, keine Gründe, kein Verstehen. Auch wenn man immer denkt, es würde besser gehen, wenn man nur verstehen könnte. Zu wissen, macht alles nur schlimmer.

"...und jetzt ist sie ständig mit dir unterwegs. Das gefällt mir gar nicht, du bist nicht gut für sie. Und ehrlich gesagt bin ich auch ganz schön eifersüchtig, immer wenn ich höre, dass sie mit dir weg ist..."

Kurz überlege ich, ihm zu sagen, dass es da nichts gibt auf das er eifersüchtig sein müsste. Leere Worte. Als ob es für ihn einen Unterschied machen würde. Ich weiß doch genau, wie es sich anfühlt, sich ständig zu fragen, nie zu wissen, wie es dem anderen geht, was er jetzt grade macht.

"Ich liebe sie mehr als alles andere! Ständig wimmelt sie mich ab, wenn ich ihr das verständlich machen will. Mit fadenscheinigen Ausreden, mit Termin, mit Verabredungen, mit dir. Ich will doch nur, dass sie mich irgendwann wieder so liebt, wie ich sie..."

Es macht mich traurig, was er sagt. Ich fühle mich einsam, wie ich dort stehe, ihm zu höre und dabei versuche Trost für ihn zu finden, obwohl ich doch schon für mich selbst nicht genug habe. Es macht mich traurig. Und auch ein wenig neidisch. Weiß ich doch genau, dass sich niemand so um mich sorgt.

"Versprich mir, dass du immer auf sie aufpasst!"

Ich lächle traurig und nicke.

"Und bitte sag ihr, dass ich sie liebe. Du bist doch ihre beste Freundin. Vielleicht versteht sie es, wenn du es ihr sagst!"

Ich schlucke. Es macht mich traurig, das zu sagen, aber die Wahrheit tut immer weh, egal wie lange man es hinauszögert sie auszusprechen.

"Es ist zu spät.", antworte ich ihm endlich. "Es gibt nichts, was du noch machen könntest, sie wird nicht zurückkommen. Und egal wie oft du aussprichst, dass du sie liebst, es wird nichts ändern."
Die Vorwürfe und Erklärungen spare ich mir.

Wieder hat er Tränen in den Augen. Und ich denke mir noch, dass Männer nicht weinen sollten. Weil es mich traurig macht. Und hilflos.

"...was soll ich denn noch machen???", fragt er wieder.

"Frag dich, ob du die nächste Minute noch ohne sie aushältst.", antworte ich ihm. "Und nach der Minute, noch eine Minute. Und dann noch eine, und noch eine,... . Das ist jetzt dein Leben!"

Meins ist es schon lange.

Freitag, 17. Juni 2011

Deine vereiste Seele

"Liebe macht blind", vielleicht ist ja etwas dran an dem Sprichwort.

Es ist ein ewiges Ab und ein ewiges warten auf das Auf. Es ist ein ewiges sich entschliessen stur zu bleiben und ein ewiges Aufgeben. Es ist ein ewiges schwoeren nicht mehr wegen dir zu weinen und ein ewiges eingestehen, es wieder nicht geschafft zu haben. Ein ewiges hin und her. Ein ewiges, ewiges ungluecklich sein. Seitdem wir zusammen sind.
Mit jedem Wort, dass du sagst, oder nicht gesagt hast, mit allem was du getan, oder nicht getan hast. Mit allem bohrst du noch ein Stueck tiefer in die Narbe, die du mir hinterlaesst. Du machst mich so ungluecklich, wie es kein Mensch zuvor geschafft hat. Du redest ohne nachzudenken, und anstatt sauer zu werden und dir fern zu sein, gebe ich auf. Ich gebe kleinbei. Und dabei bin ich bei allen anderen die allerletzte, die sich etwas gefallen laesst, was sie nicht will. Ich sage immer meine Meinung, stehe dazu und kann so stur und dickkoepfig sein, dass es oft sicherlich kaum zu ertragen ist. Doch wenn es um dich geht, lasse ich alles durchgehen. Ich belohne dich ja sogar dafuer, dass du mich wie ein Stueck Dreck behandelst. Ich fuehle mich so schwach wegen dir. Ich weine andauernd. Jeden Tag, immer wieder. Die Tränen stiegen irgendwo tief in mir hoch und quälen meinen Körper mit einem gewaltigen Zittern, das mir die Luft aus den Lungen saugt und mich nach Atem ringen laesst.
Und weisst du, was mich fast noch mehr verletzt? Zu wissen, dass ich nichts besonderes fuer dich bin. In spaestens zehn Jahren kennst du meinen Namen nicht mehr, weisst nicht, wann unser erster Kuss war und wo ich gewohnt habe. Du wirst dich nicht mehr daran erinnern, wie wir unseren ersten Abend zusammen verbracht haben, an Dinge, die ich dir anvertraut habe und wahrscheinlich sogar, wie wir uns das erste Mal die Liebe gestanden haben. Eigentlich will ich nicht mehr von dir reden, nicht mehr an dich denken, dich nicht mehr sehen. Aber alles, was ich sehe, erinnert mich an dich. Und alles, was ich sehe, verliert an Glanz.
Ich kann nicht genau formulieren und ausdruecken, welchen Grund es gibt nichtendlich aufzu geben. Ich weiss nur, dass ich es nicht kann. Ich denke ich will einfach eine Beziehung fuehren. Ich mag Beziehungen. Eigentlich wollte ich sie mit jemandem, der mich liebt und mich nicht irre findet, mit jemandem, der mir zuhört und sich nicht bloß mitteilen will, mit jemandem, der mich einfach sieht. Weisst du, so sehr du mir weh tust, ich weiss, wuerde ich es lassen würde ich dich nie mehr wieder sehen.
Vielleicht ist ja etwas dran an dem Sprichwort. Die Liebe zu dir hat mich blind gemacht.

Mit den Gedanken bei dir

Warum selbst Alkohol nichts gegen Liebeskummer ausrichten kann

So fängt es an, so hört es auf: mit den Gedanken bei dir!

Mittwochabend: Feiern gehen.
Wie sehr du mir doch in den letzten Tagen die kalte Schulter gezeigt hast, ohne dass ich es verstehen kann. Dabei fehlt mir deine Nähe so sehr.
Ich habe getrunken, ein wenig. Nicht nur wegen dir, sondern einfach auch zum Spaß. Tanzen und fotografieren ist immer gut, denn Tanzen und fotografieren lenkt ab. Wenn ich tanze und fotografiere, dann fühle ich mich so frei, so glücklich.
Am liebsten mit dir.
Von hinten legen sich zwei Hände um meine Hüften, ein fremder junger Mann. Ich muss mich entscheiden ob ich das zulassen will. Wie oft habe ich doch in den letzten Monaten allen anderen die kalte Schulter gezeigt, nur damit du nicht denkst, ich könnte Interesse an jemand anderem haben. Aber heute Abend brauche ich ein bisschen Nähe.
Wir tanzen, eng umschlungen, er legt meine Hände um seinen Rücken, auf seine Schulter, seine wandern über meinen Rücken. Ich genieße die Nähe, spüre seine Wärme, so dicht bei mir.
Mit ihm trinken will ich nichts. Warum auch, ich habe kein Interesse daran, zu wissen wie er heißt, ihn kennen zu lernen. Also tanzen wir weiter, eng umschlungen.
Ich denke daran wie es war mit dir zu tanzen, wie sehr mein Herz geschlagen hat.
mit den Gedanken bei dir!

Samstag Abend: Feiern gehen!
Eine letzte Chance für uns, habe ich mir gedacht. Irgendwann stehst du vor mir, drehst dich um und blickst eiskalt über mich hinweg, kein Lächeln, kein gar nichts!
Das wars, in meinem Kopf. Ich trinke Jägermeister, in allen erdenklichen Varianten. Ich weiß, dass ich von Jägermeister schnell betrunken werde. ich mag Jägermeister nicht, aber ich will dich vergessen, den Schmerz vergessen!
Ich war noch nie so betrunken in meinem Leben. Bis zu diesem Abend. Wir gehen weiter feiern, ziehen durch die Clubs, alles leer, alles zieht an mir vorbei.
Irgendwann geht es nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wieso ich mit diesem Thema angefangen habe, aber ich fange an zu weinen.
Ich will nicht weinen, nicht wegen dir, aber die Tränen fließen einfach so, unaufhaltsam aus meinen Augen. Meine Freundin nimmt mich in den Arm und ich bin froh, dass sie da ist. Weinen tut gut, Alkohol hilft nicht beim Vergessen, er macht alles nur schlimmer
Ich war noch nie so verletzt, habe mich so verarscht gefühlt wie von dir. Ich weiß immer noch nicht warum du so zu mir bist, aber weinen tut gut.
Weinen vor Enttäuschung, weil ich mir so viel mit dir, von dir erhofft hatte.
Weinen vor Wut, weil ich mich so verarscht von dir fühle.
Weinen vor Trauer, weil ich dich doch so furchtbar gerne habe
Weinen vor Schmerz, weil einfach alles undefinierbar weh tut.

Die nächsten Arme legen sich um meine Hüften.
Diese Arme nehme ich mit nach Hause.

Um halb 6 liege ich im Bett. Mit den Gedanken bei dir!

Manchmal...

Wenn die Seele reißt, dann hört niemand die peitschende Explosion.

Wenn die Seele reißt, dann hört niemand die peitschende Explosion. Eine lautlose Wunde entsteht, die nie wieder gänzlich verheilt. Die Augen, so sagt man, sind der Spiegel der Seele, dessen Scherben ein guter Beobachter leicht sehen könnte. Obwohl sie über Meilen hinweg blenden, wenn ein Lichtstrahl sie trifft, wird wohl ein Großteil einfach die Hand schützend heben, um diese Störung ignorieren zu können.

Wer eine gebrochene Seele in sich trägt, der hat tief in den Abgrund gesehen, hat Dinge empfunden, deren Intensität niemals in Worte gefasst werden können. Die tausenden Nadelstiche, die einem hierbei den Atem rauben und einen nicht mehr klar denken lassen, verbieten jede rationale Handlung. Ein einziger Moment der Klarheit reicht aus, um eine lange geglaubte Wahrheit als schreckliche Lüge zu entlarven. Sobald dieser Staudamm bricht, die Wände eingerissen werden, dann gibt es kein zurück mehr. Wellen aus Schmerz, Sehnsucht, stiller Verzweiflung brechen herein und reißen alles mit sich, bevor sie sich letztlich mit dem ganzen Dreck in eine braune, stinkende Brühe verwandeln.

Momente der schwarzen Ewigkeit nisten sich danach in jede Pore des Körpers und verstopfen jede Möglichkeit auf Rettung. Diese Ewigkeit sperrt ein, schottet ab und lässt die Außenwelt in Vergessenheit geraten.

Manchmal jedoch, wenn alles im Dunkel zu versinken droht, erhebt sich ein Funke, schwach und kaum wahrnehmbar. Dieser Funke legt sich sacht auf die gebrochene Seele, schmiegt sich an und flüstert Wärme in die, vor Schreien betäubten, Ohren. Geduldig und still wird der Funke warten, bis sein Leuchten auf die Seele übergegangen ist und sich ein zartes Häutchen über den größten Wunden gebildet hat.

Und dann geht die Sonne auf und lässt selbst auf dieser stinkenden Brühe atemberaubende Lichtspiele tanzen. Und die Seele tanzt mit...

Irgendwann.....vielleicht.....manchmal....


Als ich kichernd durch den Regen lief

,da hatte ich dich vergessen.

Plötzlich setzte der Regen ein, kurz bevor ich zu Hause war.
Der Regen prasselte auf mich ein und mit ihm all das, was ich vergessen hatte zu sehen.
Er wusch dich einfach weg und ich lief lachend durch den Regen.
Gekitzelt von jedem Tropfen, der mich kalt im Nacken traf.
Ich riss die Augen auf, hielt mein Gesicht in den Regen und schaute mich satt, an dem, was mich umgab. Mir schien es, als hätten die Farben an Brillanz gewonnen, als könnte ich jeder hässlichen Straßenecke ihre eigene Schönheit entlocken. Nichts erinnerte mich an dich. Der Wind pfiff mir um die Ohren, fuhr mir in die Kleider und der Regen klebte sie mir an den Leib. Ich war glücklich. In diesen Minuten lachte ich den Kummer weg. Vergaß alles. Nahm alles auf. Schaute mir die Blitze an, hörte dem Donnern zu. Ich rannte, sprang, lachte. Und nach dem ersten kurzen Zögern, einem kritischen Blick, tat es mir mein Hund gleich. Wir sprangen quietschend in die nächste Pfütze. Lachend. Ich könnte schwören er lachte auch.

Mein Lächeln verschwand, als ich durch die Haustür trat und mich erinnerte.
Du bist nicht hier.

Mittwoch, 8. Juni 2011

In meinen Gedanken

Ständig wieder an dich zu denken nervt. Und tut weh.

Und du bist immer noch da. In meinen Gedanken. Ich habe versucht dich komplett aus meinem Leben zu streichen. Denn du wolltest mich nicht. Ich war dir nicht gut genug.
Das hast du mir oft genug gezeigt. Du hast mir mein Leben oft genug viel zu schwer gemacht. Eigentlich sollte Liebe etwas schönes sein, aber du hast mir gezeigt, dass es auch sehr lange sehr weh tun kann.
Ich weiß jetzt wie es ist, belogen zu werden, wie es ist wenn alle Hoffnungen immer wieder kaputt gemacht werden. Ich weiß wie es sich anfühlt wenn jemand die Gefühle eines anderen ausnutzt. Wie es sich anfühlt total handlungsunfähig zu sein, ohnmächtig zu sein, da es doch alles so schön sein könnte.
Könnte.

Meine Freundin sagte ständig: „Vergiss den blöden Typen doch endlich. Er ist es nicht wert. Es wird schon ein Neuer kommen.“ Aber ich kann dich nicht vergessen. Ich kann einfach nicht. Es ist nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Denn das habe ich. Mit aller Kraft. Mit jeder Faser meines Körpers wollte ich dich hinter mir lassen. Doch mit jemandem so abzuschließen ist nicht leicht.

Wie tief können Narben sein? Wie lange kann es dauern, bis etwas richtig abgeheilt ist? Und was ist, wenn es sich entzündet hat und deshalb vielleicht auf unbestimmte Zeit nicht besser werden kann?
Ich will. Ich will dich. Vergessen. Und nie wieder sehen. Nie wieder hören. Nie wieder riechen. Nie wieder spüren. Nie wieder schmecken. Nie wieder fühlen. Nie wieder.

Bitte verlasse endlich meine Gedanken.
Gehe für immer. Nimm alle deine alten Gespenster mit.
Nimm alle dunklen Schatten, jeden Herzschmerz und gehe.
Bitte.

Wenn ich groß bin, will ich mal so werden wie du

Für dich.

Papa, ich danke dir für vieles, manchmal sage ich dir es auch. Meistens schimpfe ich mit dir, das ist nicht nett. Ich bin jetzt 25, am Ende meiner Ausbildung,am Anfang eines neuen Lebens, am Ende meiner Nerven.
Nicht immer war alles schön, aber du hast immer dein Bestes gegeben. Ich danke dir für vieles. Ich danke dir dafür, dass du der Oma gesagt hast, dass wenn es brennt, immer zuerst der Säugling gerettet werden muss, in dem Fall ich.

Ich danke dir dafür, dass du mir einen Bruder ersetzt hast, dass ich gelernt habe, mich durchzusetzen, um Essen und Schokolade zu streiten. Dass du mich immer bei Verrücktes Labyrinth hast gewinnen lassen. Oder bei Rummy. Ich danke dir auch für die zwei DM, die ich gewonnen hatte, als ich dich ernsthaft geschlagen hatte, weil ich besser wurde. Ich freue mich immer, wenn ich daran denke, dass du immer mit mir in den Reitstall gefahren bist, damit ich die Zwillings-Ponys streicheln konnte, und später ein Pferd mein eigen nennen konnte. Danke, dass du mir ein Heim gebaut hast mit deinen eigenen riesen Prankenhänden. Dass du mir Erdbeeren vom Feld geklaut hast, ein ganzes Kilo.

Ich danke dir dafür, dass ich erst mit 18 meinen ersten Freund hatte, nicht weil ich hässlich gewesen wäre, so wie ich dachte, nein, sondern weil jeder, auch ich, vor dir Schiss hatte. Ich danke dir dafür, dass du Aktionen bringst, auf die ich stolz sein kann, weil ich den coolsten Papa der Welt habe. Niemand sonst kenne ich, der betrunken gegen einen eingeschalteten Stromzaun gepinkelt hat :) Ich danke dir dafür, dass du jeden meiner Freunde akzeptiert hast und sie als Freunde behandelt hast.

Ohne dich wäre ich letztens im Flur nicht mehr aufgestanden, als meine große Liebe mich betrogen und verlassen hat, und den Satz für den ich dich damals am liebsten gehauen hätte, den verstehe ich jetzt "Ich weiß, es ist schlimm Prinzessin, aber da musst du durch und das gehört zum Leben einfach dazu." Du hast mich aufgehoben und einfach nicht mehr losgelassen. Ich danke dir nicht, dass du jeden Sonntagmorgen gerne um 9 Uhr anrufst. Oder dass du immer 5 Minuten vor meinem wecker an meine Türe geklopft hast. Das verstehe ich nicht. Niemals nie werde ich das verstehen. Und dann bist du beleidigt, wenn ich rum maule. Ich bedanke mich dafür, dass du gelernt hast, kritikfähig zu sein.

Danke, dass du versuchst mich zu verstehen, ich weiß, dass es manchmal nicht einfach ist. Danke für jedes Mal, dass ich dich anschreien durfte, weil ich in meiner Prüfungsphase oder mit meiner Krankheit nicht mehr ein oder aus wusste. Und dafür, dass du versuchst mein Studium zu verstehen oder meine Entscheidung aus krefeld weg zu gehen.

Danke dass du nicht immer sagst, wie sehr du dich um mich ängstigst.

Danke, dass du immer für mich da bist, auch wenn du manchmal nicht verstehst warum. Und dafür, dass du herzhaft mit mir lachst - auch wenn du Schmerzen hast, über alles Dumme. Danke dass du manchmal noch Kind mit mir bist. Ohne dich wäre ich nicht so geworden, wie ich heute bin. Danke für deine Liebe. Danke für deine Stärke!
Danke dass du noch da bist!

Danke Papa!


Montag, 6. Juni 2011

Phantomschmerz

Das Phantom zwickt mich ins Bein und erinnert mich daran, dass du mir die Uhr geschenkt hast. Mir kommen die Tränen.

Jeden Morgen wenn ich aufwache, sitzt es schon auf meiner Bettdecke und wartet. Wartet bis ich mich das letzte Mal umgedreht habe, verschlafen auf den Wecker schaue und dann aufstehe. Es springt vom Bett und schlurft noch etwas müde hinter mir her. Die Schulter hängen, aber die Augen sind wachsam. Allein lässt es mich nie. Durch den letzten Spalt der sich schließenden Tür schlüpft es hinter mir ins Bad. Während ich auf dem Klo sitze und meine Zähne putze wandert mein Blick zu den Bildern an der Wand. Dort wo dein Bild hing klebt es jetzt und winkt. Dich vergessen soll ich nicht. Das würde es nie zulassen.
Ich steige aus meinem T-Shirt und in die Badewanne. Als die ersten Tropfen auf mein Haar fallen, tippt es mir an den Kopf. Das Phantom. Plötzlich ist es, als stünde ich unter deiner Dusche. Von oben prasselt das heiße Wasser auf meinen Körper, auf meinem Rücken spüre ich die kalten Strahlen der Massagefunktion. Ich kann dein Duschgel riechen und hör dich rufen, dass du nun zur Arbeit gehst. Es lacht als ich mich abtrockne und schlingt seine langen Arme um mich, als ich ins große Handtuch gewickelt im Bad stehe. Los lässt es mich nicht. Mit großen Augen schaut es mich an, als ich die Cremetube öffne und einen Klecks zwischen den Handflächen verteile. Aus dem Spiegel schauen mir meine erschöpften Augen entgegen.

Ich ziehe mich an, schmeiße all meine Sachen in die große graue Wildledertasche und schaue auf meine Armbanduhr. Das Phantom zwickt mich ins Bein und erinnert mich daran, dass du mir die Uhr geschenkt hast. Mir kommen die Tränen. Auf der Straße weht mir der erste warme Sommerwind des Jahres entgegen. Manchmal denke ich, ich bin glücklich. Das Phantom nimmt mir jedes Mal, wenn ich dieses Gefühl habe, die Hälfte von dem Glück ab. Es teilt alles mit mir. Nimmt mir die Hälfte und wirft sie sich lachend in den Rachen.
Jeden Tag gehe ich meine Wege, zur Arbeit, zu meinen Freunden, einkaufen, joggen. Es ist immer an meiner Seite. Wenn ich eine neue Erfahrung mache oder einen neuen Menschen kennen lerne, schmälert es meine Begeisterung, es trübt meinen Blick und wirft mich immer wieder zurück. Jeden Abend gehe ich schlafen, in der Hoffnung, dass es am nächsten Tag einfach nicht mehr da sein wird. Das Phantom.

Fast zwei Monate sind vergangen seit wir uns getrennt haben. 1 Tag ist es her, dass ich dich das letzte Mal angefleht habe zurückzukommen. drei wochen seit ich das letzte Mal deine Stimme gehört habe, dich das letzte Mal gesehen habe. Da bist du immer. Ich werde dich nicht los. Werde das Phantom nicht los, dass mich beschränkt, erinnert, eingrenzt und mir das Herz schwer werden lässt.
Ich schließe die Augen, weil ich es nicht mehr sehen will, nicht mehr an es denken, an seine Anwesenheit, die mich nur verunsichert, mich belastet, mir das Leben schwer macht. Ich öffne die Augen und sehe, wie es mich aus großen traurigen Augen ansieht. Flehend fast schon. Ich drücke es an mich und weine ein bisschen. Nebeneinander liegen wir in meinem Bett und lassen nicht voneinander. Es schnarcht ein bisschen bevor es einschläft. Und ich? Liege wach und bekomme kein Auge zu. Ich bin nie allein. Bist du es?

Freitag, 3. Juni 2011

Deine Wahrheit

Heute habe ich deine Zahnbürste in den Rhein geworfen...

Ich wollte sie weder in meinen Badezimmerschrank, noch in meinen Müll oder dieser Stadt haben. Melodramatisch? Ja. Total. Ich weiss. Aber es hat gut getan. Sie flog in hohem Bogen und wurde dann immer kleiner. Als sie unter der Brücke durchfloss, war ich kurz versucht, zur anderen Seite zu rennen, um wie ein kleines Kind zu sehen, wie sie dort weiterschwimmt. Und ich hätte sie gern beobachtet, bis ich sie nicht mehr hätte sehen können. Das dagegen war mir dann aber zu albern. Sattdessen habe ich mich umgedreht und bin weiter im Regen spazieren gegangen. Dabei habe ich nachgedacht.

Was ist Wahrheit?

Du hast gesagt, dass du mich magst. Ich glaube, das war die Wahrheit. Du willst dich noch nicht ganz binden, hast du gesagt. Das habe ich nur so halb verstanden. Klar, Unabhängigkeit ist schön, aber wenn man doch Gefühle füreinander hat, wozu dann künstlicher Abstand? Nur um sich freier zu fühlen?

Was ist Wahrheit?

Ich habe dich gefragt, ob es an mir liegt. Du hast verneint. Es würde nicht um mich gehen, sondern es gehe um das Konstrukt Beziehung. Da würdest du einfach nicht dran glauben. Das war deine Wahrheit. Und ich habe das akzeptiert. Denn du wolltest ja trotzdem bei mir sein, mich sehen und mich küssen.

Ich hab dir deine Wahrheit geglaubt. Ohne zu zögern. Manchmal habe ich mich dabei ertappt, mir eine bessere Beziehung zu wünschen. Ich hatte deswegen dann ein schlechtes Gewissen und redete mir ein, dass ich eigentlich auch keine wollen würde. Dabei kam ich mir sehr reif vor. Reifer als die, die noch Beziehungen eingehen, von denen sie sich dann einschränken lassen.

Ich habe mich so oft zurückgehalten. Dich nicht umarmt, dich nicht geküsst, dir nicht gesagt, dass du mir fehlst. Denn ich wollte dich nicht verschrecken. Manchmal war es schwer. Aber es erschien mir wie ein Kompromiss, durch den wir zusammen sein konnten. Ich habe gemerkt, wie ich daran wachse und mich unglaublich modern gefühlt. Wie naiv ich war, habe ich leider nicht gemerkt.

Was ist Wahrheit?

Jetzt, wo du weg bist, frage ich mich zum ersten Mal, was eigentlich meine Wahrheit während der ganzen Geschichte war. Und ich muss mit Erschrecken feststellen, dass es diese gar nicht gab. Weil ich deine Wahrheit nach anfänglichem Zweifeln einfach zu meiner gemacht habe. So einfach war das. Du hast mich so fasziniert und geblendet, dass ich das, was du sagtest, einfach für richtig hielt! Und wenn ich jetzt darüber schreibe, schäme ich mich. Sehr sogar.

Was ist Wahrheit?

Es werde dir zu eng zwischen uns, hast du nach einem halben Jahr gesagt. Ich hab dich nicht verstanden. Alles, was sich entwickelt hatte, hatten wir doch ungezwungen zusammen aufgebaut! Und wenn ich mich manchmal immer noch heimlich nach mehr sehne, kann es doch gar nicht so eng sein.

Was ist Wahrheit?

Ich frage dich, warum du dich nicht mehr meldest. Und wieso du mich nicht einfach erlöst und das letzte Flämmchen Scheiss-Hoffnung löschst.

Was ist mit der Wahrheit?

Sie war wohl eine Illusion. Die du dir eingeredet hast. An die du geglaubt hast. Und ich auch. An der wir hingen. Bis du deine Wahrheit dann wohl selbst nicht mehr verstanden hast.

Und wie ich jetzt aus der Sache rauskomme, interessiert dich nicht mehr?

Sonntag, 15. Mai 2011

Jeden Tag

Jeden Tag ein neuer Kampf,
jeden Tag das gleiche Ziel.
Jeden Tad die gleiche Qual,
jeden Tag die gleiche Enttäuschung.
Immer so tun als ob,
immer sagen: Es wird schon gehn !
Immer denken: Ich hör auf!
Immer lenken, immer Bergauf.

Niemals nachgeben,niemals weinen,
niemals ducken niemals verletzlich sein.
Aber:
jetzt hört mal zu
meine Batterien sind leer
ich kann nicht mehr.
Ich bin ein Mensch auf Fleisch und Blut
und es geht mir gar nicht gut.

Ich weiss was ih denkt,
ich weiss was ihr sagt,
aber kommt docheinmal in meine Welt,
fühlt wie ich und dnekt wie ich,
macht doch einmal einen Tag mit,
aber geht allein dennfreiwillig komme ich nicht mehr mit !

Donnerstag, 12. Mai 2011

Wir hoffen immer...

Ich liege auf dem Bett und starre ins Nichts. Mein Kopf ist überfüllt mit tausend Gedanken.

Es sind so viele, wirr und unwirklich - mein Kopf scheint zu platzen.

Ich schließe die Augen und spüre deinen Atem auf meiner Haut, erinnere mich daran, wie sehr du meinen Duft liebtest. Ich nehme das Kissen, auf dem du immer geschlafen hast und rieche dran. Es riecht nach dir und Tränen laufen über mein Gesicht. Ich darf nicht weinen, ich muss stark sein. Es ist besser so sage ich zu mir und wische die Tränen weg und öffne wieder die Augen. Da ist nichts. Du bist nicht da. Woher weiß ich, dass es Liebe war. Woran erkenne ich den Unterschied zur Gewohnheit. Du hast mir wehgetan oder war ich das selbst? Du wolltest mich nicht, ich kann nicht mehr. ich weiß es macht keinen Sinn. Zu oft sind wir gescheitert oder haben wir es einfach nicht oft genug versucht?

Ich bin voller Zorn, diese unbändige Wut in mir bringt mein Blut zum Kochen. Ich will dich, ich will dich nicht. Ich will glücklich sein mit dir, ich bin nicht fähig das Glück zu erkennen. Ich drehe durch. Ich will Liebe oder will ich doch nur Leidenschaft. Ich will in dir verschwinden und eins mit dir sein.

Ich habe gehofft. Monatelang habe ich gehofft, dass es niemals enden wird. Monatelang hab ich akzeptiert nicht die einzige tolle Frau zu sein und immer wieder gehofft, dass es sich ändern wird. Die Zeit wird schon alles richten hab ich mir eingeredet. Habe gegen meinen Verstand rebelliert und auf mein Herz gehört. „Bleib bei ihm und kämpfe für diese Liebe“ hat es zu mir gesagt, dieses kleine miese Ding hat doch keine Ahnung.

Ich vermisse dich, mal mehr und mal weniger. Aber ich vermisse dich wirklich. Und wenn ich dich vermisse, dann tut es besonders weh. Ich vermisse nur dich ohne Worte und ohne andere Dinge im Kopf. Ich will bei dir sein, dir zusehen wie du arbeitest, fotografierst. Du bist so glücklich und frei, wenn du das tust. Dann will ich mit dir glücklich und frei sein. Ich will die einzige Frau an deiner Seite sein. Am liebsten für immer. Alle sollen sehen können, dass du mich liebst und ich dich liebe. Wollten wir nicht das schönste und beneidenswerteste Paar weit und breit werden? Erinnerst du dich? Aber so ist es nicht, das ist nicht real. Ich bin eine Träumerin. Hin- und hergerissen schwanke ich zwischen Vernunft und Besessenheit. Warum kann es nicht einfach unkompliziert und schön sein. Wieso kannst du nicht auch Fehler eingestehen, wieso suchst du nur bei mir?

Ich werde mein Herz begraben. Ich werde es in eine Kiste tun und diese kommt weit weg. Ja, ich setzte es frei und hoffe darauf, dass du es irgendwann findest und mir wiederbringst. Ich hoffe auch, dass es nicht mehr weh tut, wenn es begraben ist. Begraben mit all seinen Wunden und Narben. Es soll einfach nicht mehr da sein. Ich möchte mich frei fühlen von diesem Schmerz, der mir auf der Seele brennt.
Aber was ist das für ein Leben, ein Leben ohne Herz?

Scherbenwelt.

Stell dir vor du wachst auf und stellst fest: Nichts war jemals so, wie es zu sein schien. Deine ganze Welt steht Kopf.

Vor dir: Scherben. Ein großer Haufen voll davon.
Mittendrin: Du. Oder was von dir übrig ist.

Wie fühlst du dich?
Betäubt? Kalt? Warm? Tot? Lebendig?
Fühlst du noch etwas? Oder sind deine Gefühle mittendrin. In diesem Haufen.
Die Kanten der Scherben scheinen scharf zu sein. Erschreckend und verlockend zugleich.

Du gehst hin, weißt du wirst dich verletzen, wenn du genauer hinsiehst. Doch du tust es.
Faszinierend, wie das Blut aus der Spitze des Zeigefingers läuft. Langsam. So dickflüssig. Das müsste weh tun. Dessen bist du dir sicher. Doch du spürst nichts. Du bist betäubt. Wo bleibt der Schmerz. Blickst auf deine Wunden. Sie tuen nicht weh, nur die Wunde in deinem Herzen.

Die Welt um dich herum erscheint wie durch einen Schleier.
Dreh dich um.
Bemerkst du die Schatten?
Erst nur ein paar, dann sind Sie überall.

Spitze Schreie. Kurz der Schmerz. So stechend. Er bringt dich um. Könnte... Doch du kannst ihn betäuben. Was bleibt, ist die Wut. Geifernd. Hasserfüllt. Grauenvoll.

Wut wandelt sich in Hass. Er frisst dich auf. Nimm dich in Acht.
Es ist so leicht zu fallen.

Mitten in die Scherben. Die Scherben, die deine Welt bedeutet haben.
In dir der verzweifelte Wunsch es zu reparieren.
Das richtige Werkzeug fehlt. Wird immer fehlen.
Nie wieder wirst du sie so zusammensetzen können, dass man die Bruchstellen deiner Welt nicht mehr erkennen könnte.

Was bleibt sind Narben. Zugleich Mahnung und Erinnerung.
Es ist nicht immer leicht.
Du wirst schon sehen.

Vielleicht wird es besser... Das Gefühl der Hoffnung ist warm. Wie die warmen Strahlen der Sonne auf deiner nackten Haut.
Nimm dich in Acht.
Verbrenn dich nicht.

Dienstag, 10. Mai 2011

Hassliebe

Ich verabscheue dich jeden Tag mehr. Ich kann dich immer weniger leiden. Dein Anblick macht mich krank.

Ich hasse dich, weil du dir Mühe gegeben hast, dass ich mich in dich verliebe.
Ich hasse dich, weil du mich davon überzeugt hast, dass es zu zweit schöner ist.
Ich hasse dich, weil ich wegen dir nicht mehr Single sein will.

Ich hasse dich, weil du mich abserviert hast, als ich angefangen habe dich zu lieben.
Ich hasse dich, weil du plötzlich ein Arschloch geworden bist, als ich angefangen habe dich nett zu finden.
Ich hasse dich, weil du meine Objektivität gestohlen hast, als ich angefangen hab jeden Tag über dich nachzudenken.

Ich hasse, dass du mich zum Lächeln gebracht hast.
Ich hasse, dass ich geglaubt habe mein Traumprinz ist endlich da.
Ich hasse, dass ich noch immer will, dass du mich zum Lächeln bringst.


Ich hasse dich, weil ich wegen dir geweint habe.
Ich hasse dich, weil ich heute noch immer weine.
Ich hasse dich, weil ich in einsamen Momenten immer bei dir sein will.

Ich hasse deine Art mich einzuwickeln.
Ich hasse deine Lügen, dass du ein besserer Mensch werden willst.

Ich hasse, dass du deine Probleme nicht mit meiner Hilfe lösen willst.
Ich hasse, dass du glaubst ich als deine Freundin würde dich ablenken von deinen beruflichen Zielen.
Ich hasse, dass du mir sagst, dass ich toll bin und man so eine wie mich nicht so schnell wieder findet.

Ich hasse es, wenn du nur nett bist wenn du etwas von mir brauchst.
Ich hasse es, dass ich immer wieder drauf reinfalle.
Ich hasse es, wenn du komplett verloren vor meiner Tür stehst und aussiehst wie ein Häufchen Elend.

Ich hasse es, dass ich mir Sorgen um dich mache, obwohl du auf meine Gefühle scheißt.
Ich hasse es, wenn du nicht auf meine SMS antwortest.
Ich hasse es, dass du nie auf meine Fragen reagierst.

Ich hasse, dass du so ein Einzelgänger bist.
Ich hasse, dass dir alles andere wichtiger ist als ich.


Ich hasse deine Frisur.
Ich hasse deine peinlichen T-Shirts, die dich unförmig aussehen lassen.

Ich hasse dich, weil du keinen Sex mehr willst.
Ich hasse dich, weil du mir das Gefühl gibst nicht mehr interessant zu sein.
Ich hasse dich noch mehr, weil du mir das Gefühl gegeben hast das Interessanteste für dich zu sein.

Ich hasse dich, weil du dich früher jede Sekunde mit mir unterhalten wolltest.
Ich hasse dich, weil du früher soviel Kontakt haben wolltest, dass ich genervt von dir war.
Ich hasse dich, weil ich heute nicht mal mehr eine Sekunde Aufmerksamkeit von dir bekomme.

Ich hasse wie du dich anderen Mädchen gegenüber verhältst.
Ich hasse wie du deine Unsicherheit mit vergeblicher Coolness zu überspielen versuchst.
Ich hasse wie du versucht ein Teil der Gruppe zu sein, der du nicht angehörst.

Ich hasse es, wenn du sagst, du bist in Wahrheit kein Arschloch.
Ich hasse es, wenn du sagst, dass dir eine Beziehung trotzdem zur Zeit nicht reinpasst.

Ich hasse dich, weil du mich kennenlernen wolltest.
Ich hasse dich, weil du dir so viel scheiß Mühe gegeben hast.
Ich hasse dich, weil du es so dermaßen versaut hast.

Ich hasse, dass ich durch dich ein anderer Mensch geworden bin.
Ich hasse, dass ich durch dich mehr Laster habe.
Ich hasse, dass ich durch dich unnötigen Scheiß durchgemacht habe.

Ich hasse, dass du mich tagsüber vom Leben abhältst.
Ich hasse, das du mich nachts vom Schlafen abhältst.
Ich hasse, dass du mich ab und zu am Glücklichsein hinderst.

Ich hasse dich dafür, dass ich noch weniger Vertrauen in Männer habe.
Ich hasse dich dafür, dass du mir soviel wertvolle Zeit gestohlen hast.
Ich hasse dich dafür, dass du mir auch in Zukunft noch den ein oder anderen Nerv rauben wirst.

Und ich hasse am meisten, dass ich trotz allem noch glaube, dich nicht hassen zu dürfen ... weil du ja eigentlich kein Arschloch bist.

If I could change your mind

Das war die erste Nacht, seit Wochen, in der ich nicht von dir geträumt habe.

Ein warmer Morgen und
die Sonne scheint auf mein Bett.
Ich spüre sie auf meinem Arm,
der mein Kissen ganz fest an mich drückt.
Ich wache langsam auf.
Meine Augen lasse ich zu und mein erster Gedanke-
bist du.

Ich bin eingeschlafen,
als ich gestern Abend an dich gedacht habe.
Doch irgendwie fühle ich mich nicht gut.
Das Gefühl gefällt mir nicht.
Es ist mir zu bekannt. Es tut so weh !

Ich habe schlechte Laune.
Hab gar keine Lust die Augen aufzumachen.
Außerdem male ich mir aus, was du gestern Abend
und die ganze Nacht gemacht hast.
Warst du unterwegs?
Gibt es da eine Andere in deinem Leben?

Mir gehen deine Worte und deine SMS durch den Kopf.
Jede einzelne Situation spielt sich wie ein schlechter
Film in meinem Kopf ab.
Meine Worte und Texte fallen mir ein und ich
versuche sie sinnvoll zusammenzusetzen.
Es ergeben sich merkwürdige Bilder.
Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen und
soviel mehr geben, als ich gegeben habe.
Worte die ich sagte und schrieb einfach zurück
nehmen und ungeschehen machen.

Ich war die ganze Zeit ich selbst, mehr als je zuvor.
Hätte es was gebracht wenn ich mich wie früher verstellt hätte? Aber es war schön Ich zu sein. Aber als Ich werde ich wohl nicht geliebt.

Wäre es anders gelaufen, würdest du jetzt neben mir liegen
und ich könnte zufrieden die Augen zu lassen?
Mich einfach zu dir drehen und mich auf deine Brust legen.
Das Schlagen deines Herzens hören.

Ich spüre deine Küsse an meinem Hals.
Deine warmen und sanften Hände.
Dein Mund war so unglaublich weich.
Ich habe mich in deinen Armen so wunderbar geborgen gefühlt
und jeden einzigen Moment mit dir genossen.

Durch deine Haare raufen war das Größte für mich.
Wenn ich dich sehe, möchte ich das am liebsten die ganze Zeit tun.
Und dich küssen.
Ich will verdammt noch mal diese fordernden Hände
auf mir spüren und ich will, dass du das auch willst.
Mein Gott, ich weis nicht mal was du willst!

Wieso schreibst du nicht zurück?
Habe ich es mit meiner letzten Nachricht noch mehr versaut?
Na was denkst du denn?

Deine Aussage, dass du keine Beziehung
mit mir willst, habe ich verstanden.
Doch warum dann diese innige Umarmung beim Abschied. Warum hast du meine Hand gehalten?
Bilde ich mir das wirklich alles nur ein.
Bist du so ein guter Schauspieler?

Ein Auge bekomme ich auf.
Ich tippe auf mein Handy.
Natürlich ist nichts drauf.
Das wusste ich ja auch eigentlich schon vorher.

Das Augenlied fällt wieder zu und meine Laune ist nicht besser.
Mein Kopf tut weh.
Vielleicht sollte ich weniger nachdenken.
Aber ich will nicht weniger über dich nachdenken.

Ich überlege, was ich geträumt habe.
Langsam merke ich, warum ich schlechte Laune habe.

Das war die erste Nacht, seit Wochen, in der ich nicht von dir geträumt habe.

Freitag, 6. Mai 2011

Hallo, ich hasse dich!

In den schattigen Momenten meines Tages sind meine Gedanken bei dir. Wenn sich der Schatten schon beim öffnen der Augen am Morgen auf mein Gemüt legt, ist für gewöhnlich der ganze Tag gelaufen und am Abend bricht das Gewitter richtig los.

Heute ist es wieder soweit.

Ich möchte dich anschreien: „Hallo, ich hasse dich!“, doch was würde es mir bringen? Du hörst mich schon lange nicht mehr. Bist taub für jedes Wort aus meinem Mund. Abgelenkt vom wummernden Beat der unzähligen Clubs die deine Wochenenden ausfüllen. Dunkel erinnere ich mich dass es mal unser Beat in unserem Club war, der Leben bedeutete. Heute ertrinkst du in der Musik und verschmilzt mit den Lichtern der Scheinwerfer um am nächsten Tag 10 Jahre älter auszusehen. Du redest nicht mehr, denn du hast nichts zu sage. Ich weiß nicht ob du vergessen hast, wie schön die Seifenblase war in der wir kurze Zeit lebten, oder ob ich sie zerstört habe als ich dich in ihr alleine ließ. Wahrscheinlich ist es zu spät die schillernden Farben zurückzuholen und noch einmal gemeinsam zu träumen, nur diesmal mit realistischer Hoffnung auf Erfüllung. Ich würde es wollen, wenn ich dich nicht gerade hasse.

Verpassen wir uns für den Rest unserer Leben? Hassen uns abwechselnd und lieben uns vergebens?

Jetzt möchte ich mir dir sprechen, doch du hörst es nicht, denn deine Welt dreht sich endgegengesetzt zu meiner.

Ich flüchte mich in die dunklen Ecken der Clubs, um im gleichen Takt mit dem Kopf nicken zu können wie du es tust. Ich versuche im Nebel und der Menschenmenge unterzutauchen, damit du mich nicht siehst und ich mich dir trotzdem nahe fühlen kann. Entdeckst du mich trotzdem, möchte ich sagen: „Hallo, ich liebe dich!“ meist wird es dann „ich hasse dich“ und vergeblich warte ich wohl auch weiterhin auf ein „du bist mir egal!“

Die Lichter blitzen, der Bass vibriert und wir leben weiter aneinander vorbei!

Donnerstag, 5. Mai 2011

Ich hasse es

Du machst mich krank.

Ich hasse all die Dinge, die ich früher an dir geliebt habe. Ich hasse es, wie du lachst. Ich hasse es, wie du sprichst. Ich hasse es, wie du schreibst. Ich hasse das Gefühl von Geborgenheit, was mit der Erinnerungen an deine beschützenden Arme in meinem zerschundenen Herzen aufflackert. Ich hasse dein Lachen, deine Stimme und Aussehen. Ich hasse deinen Musikgeschmack und deine Art dich auszudrücken. Ich hasse es, wie friedlich du aussiehst, wenn du schläfst. Ich hasse es, wie du dich gibst und dich anziehst. Ich hasse deinen Körper, der früher in meinen Augen so perfekt gewesen war. Ich hasse jeden Fehler, über den ich früher lächelnd hinweggesehen habe.

Ich hasse es, wenn ich mich an Versprechen erinnere, die du nie eingehalten hast. Ich hasse es zu wissen, dass ich dir viel zu viele Chancen gegeben habe, die du einfach nicht verdient hast. Ich hasse es, dass du am Ende nur noch genommen, aber nicht mehr gegeben hast. Ich hasse es, dass du mir solche Schmerzen zugefügt hast. Ich hasse es, dass du mich so verarscht hast. Ich hasse es, dass du mit meinen Gefühlen gespielt hast, wann immer es dir in den Kram passte. Ich hasse es zu wissen, dass ich so viel Zeit an dir verschwendet habe..

Am meisten aber, hasse ich es, dass ich dich überhaupt hasse. Ich hasse es, dass die Gleichgültigkeit noch nicht da ist. Ich hasse es dich zu hassen. Denn ich hasse es überhaupt noch Gefühle für dich zu empfinden. Denn Hass ist ein sehr starkes Gefühl.
Alllerdings gibt es noch immer Momente, wo ich vergesse zu vergessen dich zu hassen. Und genau das hasse ich.

Erschöpft

Erschöpft! Das ist das einzige Wort, dass mir durch den Kopf schießt.

Erschöpft! Das ist das einzige Wort, dass mir durch den Kopf schießt. Erschöpft von der Gefühlsachterbahn, mit der ich schon seit Monaten immer und immer wieder die selben Bahnen fahre. Mit grandiosen Loopings, die einem ein Kribbeln im Bauch verschaffen, aber auch mit Fahrten bergab, die einen wieder tief in den Sitz pressen, dich auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Den Tatsachen, dass alles nur das eigene Wunschdenken war und die Seifenblase in der man sich befindet, mit einem lauten Knall zerplatzt.
Sehnsucht! Ich verspüre sie. Sehnsucht die mich immer wieder heimsucht, wie ein schlechter Traum den man immer und immer wieder träumt. Ich frage mich, wenn wir uns beide mögen, warum kannst du dann nicht bei mir sein? Ich bin nicht allein, nein, ich bin einsam, einsam ohne dich.
Aber woher kommt diese Einsamkeit? Ein Gefühl das ich nicht hatte bevor ich dich kannte- Sehnsucht!
Mutig wollte ich sein. Was riskieren. Weil sich das wie es war nicht mehr gut anfühlte. Doch das wurde mir zum Verhängnis.
Ich kann nicht schlafen. Und du? Du bestimmt. Wie ungerecht.
Ich liebe den Moment der Erinnerung, auch wenn er weh tut. Die Erinnerung an unser Kennenlernen, die Unkompliziertheit die damals noch dominierte. Habe ich dem Schönen das Unkomplizierte genommen?
Schon lange weiß ich, dass ich keine Gedanken mehr an das, an ihn verschwenden sollte. Mein Kopf weiß das, nur mein Herz stäubt sich dagegen. Immer und immer wieder klammere ich mich an jedes liebe Wort das fällt, denke, hoffe dass es diesmal ernst gemeint ist und unterdrücke zugleich jegliches ungute Gefühl das wieder meinen Rücken hinauf schleicht.

Stille! Das ist was ich will. Stille in meinem Zimmer, Stille in meinem Kopf .
Es tut gut sich nicht immer wieder über die selben Dinge Gedanken zu machen, Dinge die man nicht in der Hand hat, nicht beeinflussen und verändern kann. Irgendwann sieht man ein, dass man aufhören muss an Dingen festzuhalten, die nie richtig dagewesen sind- aufgeben muss! Irgendwann....

Montag, 2. Mai 2011

Herzschmerz

Es tut so weh, aber du weißt nicht wie sehr. Du hast nämlich kein Herz. Höchstens eins aus Stein.

Du weißt nicht wie das ist. Wie das ist, wenn sich dein Körper vor Schmerzen krümmt. Wenn da nichts außer diesem einen stechenden Schmerz in deinem Herzen ist. Letzteres kannst du auch gar nicht wissen. Du hast nämlich kein Herz. Höchstens eins aus Stein. Du bist gefühlskalt und ich so voller Emotionen. Das kann sich nicht vertragen. Explosive Mischung. Bloß, dass der Ort der Explosion mein Herz ist. Stein explodiert auch nicht. Du kippst Benzin in mein Feuer. Lässt meine Sehnsucht immer höher fackeln. Du kannst dich nicht entscheiden. Hälst mich hin. Warum, weil du mich nicht verletzen willst? Diese Ungewissheit, die mich nachts um den Schlaf bringt, die mich tagsüber von meinen Pflichten abhält… Ich mach dir keine Vorwürfe. Du kennst das ja nicht. Herzlos wie du bist.

Ich will nur das du weißt: Mein Feuer brennt lichterloh. Es kann nicht erlöschen, solange du noch da bist. Es ist keine Wärme, die mich warm hält. Es ist eine Hitze. Die mich verbrennt.

Gleichzeitig erfriere ich. Mir ist kalt. Obwohl ich unter 2 Daunendecke liege. Und mein Zimmer bei sommerlichen 25° C garantiert nicht zum Frieren taugt. Ich erfriere. Bis ich auch so ein gefühlstoter Eisklotz bin. Ich will das nicht, nein ich will das alles nicht mehr.

Mein Herz schreit. Schreit nach Liebe- und nach dir. Ich sitz im Wartezimmer. Und warte auf die Liebe. Eigentlich weiß ich schon längst, dass das Warten sinnlos ist. Für mich gibt es keine Heilung mehr. Ich hab zwar ein Rezept, doch mein Medikament ist unbezahlbar. Und grad nicht zu bekommen. Schon gar nicht in der richtigen Zubereitung, der richtigen Mischung. Mein Medikament wärst du.

Sonntag, 1. Mai 2011

Du hast mir in die Seele gespuckt

Experten unterscheiden fünf Phasen des Liebeskummers. Wie praktisch, wenn man sich sein Leid aufteilen kann....

Experten unterscheiden fünf Phasen des Liebeskummers: Bedrohung (Vorahnung), Lähmung (Gefühl der Leere), Verhandlung (Versuch, Trennung abzuwenden), Regression (Schmerz wird verdrängt) und Akzeptanz (Situation wird akzeptiert und angenommen).

Zwei Jahre. Es waren zwei Jahre meines Lebens, in denen ich geliebt, geweint, gelacht und mit dir mein Leben geteilt habe. Zwei Jahre, die dir jetzt nichts bedeuten. Altbacken wird es klingen und kindisch - Liebeskummer. Ja, jeder hatte es oder wird es schon irgendwann vor sich haben. Und die Welt wird sich immer weiter drehen, auch wenn ich dachte, dass meine Welt sich nur mit dir drehen würde.


Phase 1: Bedrohung (Vorahnung)
Ich frage dich wie es dir geht, du antwortest nicht. Ich will mit dir ins Kino gehen, du lehnst ab. Ich will mit dir zum See gehen, den Sonnenuntergang betrachten, du willst nicht. Ich will dich küssen, umarmen, ich will dich haben, ich will dich lächeln sehen, ich will dich sagen hören, dass du mich liebst. Ich will mit dir unter der Dusche singen und barfuß über den Strand gehen. Ich will dir durch die Haare wuscheln und ich will dir wichtig sein, ich will von dir angerufen werden. Wie früher. Ich will das "Früher" wieder haben. Und du sagst nein, zu allem, zu jedem Ding. Du lehnst es ab, aber willst nicht mit mir reden. Du willst oder kannst nicht sagen was passiert ist, was du denkst und was du fühlst. Ich kann nicht sehen was du siehst.


Phase 2: Lähmung (Gefühl der Leere)
Ein tauber Schlag. Ich höre dich Wörter sagen, viele, grausame Wörter, die mir eigentlich ins Fleisch schneiden sollen, aber ich kann deine Sätze nicht verarbeiten, nicht realisieren. Es ist vorbei. Du willst mich nicht, du lässt mich fallen. Ich werde nicht mehr mit dir unter der Dusche singen, ich werde nicht mit dir zum See fahren und ich werde dich nicht mehr küssen. Und lieben, werd ich dich auch nicht. Das alles seh ich vor mir, aber ich kann diese Dinge nicht fassen, sie sind weit weg. Unerreichbar, die sollen auch unerreichbar bleiben. Es ist nicht da, es kann mich nicht einholen.
Beklemennd, das Gefühl nicht aufstehen zu wollen. Ich will nicht in die Welt hinaus gehen. Ich will nicht denken und ich will nicht ohne dich den Tag erleben. Ich will nicht den Himmel ohne dich betrachten und ohne dich Filme schauen. Ich will nicht ohne dich essen gehen und ohne dich weggehen. Ich will nicht meine Zukunft ohne dich planen und ohne dich lachen. In mir macht sich ein Loch breit, drängt alle Organe zur Seite. Der Schmerz, der zuvor nur an mir geleckt hat, erhebt sich jetzt zu einer Welle. Warum willst du mich nicht?

Phase 3: Verhandlung (Versuch, Trennung abzuwenden)
Das ist doch alles nicht wahr, ein Albtraum mit uns in den Haputrollen. Der Schmerz ist da, aber du bist doch auch noch da. Und du liebst mich doch, irgendwo tief in dir drinnen? Liebst du mich doch,oder?. Und die zwei Jahre können dir doch nicht egal sein, ich kann dir doch nicht egal sein. Und ich kann dich doch nicht verlieren und du kannst mich doch nicht verlieren. Und wir können doch wieder zusammen sein. Und wir können doch alles vergessen, wir können uns wieder lieben und uns wichtig sein. Wir können doch alles ändern, wir können uns ändern, verändern. Wir können doch die Beziehung behalten. Wir könnten neu starten. Wir können hoffen und wir können es kriegen, die besseren Zeiten. Wir können wieder zusammen kommen. Das können wir doch, oder?


Phase 4: Regression (Schmerz wird verdrängt)
Du hast mir nie zugehört. Du hast dich nicht für mich interessiert. Du hast mich beleidigt und mich erniedrigt. Du hast mir weh getan. Du hast dich kindisch benommen, du hast mich nicht geschätzt. Du hast mich emotional kaputt gemacht. Du hast gesagt ich sei dir egal. Du hast gesagt du hast genug von mir. Du hast all deine Versprechen vergessen, du hast deine Schwüre vergessen, du hast mich vergessen. Du hast mich fallen gelassen. Du hast mir nicht geholfen. Du hast mich weinen lassen und mich enttäuscht. Du hast mich angelogen, mich verraten. Du hast deine Prioritäten anders gesetzt.
Du bist es eigentlich nicht wert, du bist meine Tränen nicht wert und meinen Kummer, meine Hilflosigkeit und meine Ohnmacht. Du bist doch ganz anders geworden. Dein altes ICH ist gestorben. Du bist ganz weg, du bist nicht mehr meins. Du bist weg. Du hast mir in die Seele gespuckt und meine Gefühle zertrampelt. Und jeder sagt mir, dass du mich nicht verdient hast, dass du es bereuen wirst. Du bist schlecht, schlecht für mich.
Im Vergleich zu Liebe ist Hass ein wirklich schwaches Gefühl.

..Die nächste Phase wäre eigentlich Akzeptanz, ich werde - glaub ich - lange auf sie warten .. Aber wo ist die Phase für schlechten Phasen? Für die Erinnerung und den Schmerz, den tiefen, bohrenden Schmerz. Wo ist der Platz für die Gedanken, die einen auffressen, einen verschlingen und nicht wieder loslassen.

Du hast mich geliebt. Mich gewollt, und mich bei dir haben wollen. Du hast mir die Welt versprochen, du hast dich mir versprochen. du hast mit mir geträumt und du hast mit mir gehofft. Du hast mit mir Städte bereist, du hast mich unterhalten, du hast mich gebraucht.
Wie konntest du das all vergessen? Wie konntest du mir das antun? Und ich dachte immer: es gäbe uns und es gäbe die Welt da draußen. Aber im Endeffekt waren auch wir die Welt da draußen.

Samstag, 30. April 2011

Du bist...

Du bist der Stachel in meinem Fleisch, der sich tief in meine Brust bohrt und an meinen Rippen schabt.

Du bist das Vitamin B, was ich nicht habe und nie haben werde. Du bist der Ex Freund, der mich betrogen und verlassen hat. Du bist alles, was ich hasse.

Ohne dich bin ich besser dran. Es geht mir gut, ich bin glücklich und zufrieden. Wenn ich dann von dir träume, ist es, als verkörperst du meine tiefste Verletzung, meine größte Angst, meinen tiefsten Fall und härtesten Aufschlag. Wenn du erscheinst, bedeutet das meistens nichts Gutes. Dann fühle ich, wie du meine Gedanken an dich reißt, wie du mich einnimmst und auf meinen Schultern lastest, wie ein riesiger Felsbrocken. Dann versuche ich dich abzuschütteln und spiele meine Angst herunter indem ich noch mehr arbeite oder mir Arbeit suche, um dich verdrängen zu können. Aber immer und immer wieder schaffst du es, die Oberhand zu gewinnen und irgendwann schlägst du mit voller Wucht zu und es fühlt sich an, als ob ich auf dem Boden aufschlage und meine Knochen in tausend kleine Teile zerbersten.

Du bist unwiderruflich das Schlimmste, was mir je begegnet ist. Das Schlimmste, was mir passieren konnte. Ich hasse dich jedes Mal, wenn dein Bild in meinem Kopf auftaucht, ich deine Stimme höre oder Sachen finde, die mich an dich erinnern. Du bist das, was ich nicht gebrauchen kann. Du bist das, was mich behindert. Du bist das, was wahrscheinlich immer zu mir gehören wird.

Du bist mein schlechtes Gewissen.
Du bist meine Empathie.
Du bist mein Herz.
Du bist das, was mich zu einem Menschen macht.
Du wirst niemals gehen.

Du bist ich.

In Gedanken krank.

Melde dich, wenn du weißt, was ich für dich bin...

...Wenn du weißt, dass ich für dich bin, dann melde dich. Aber ansonsten lass mich in Ruh’.

Lass mich nicht warten, warten auf etwas, das so nie kommen wird. Ich bin nicht alt, aber alt genug um zu wissen, dass das verlorene Zeit ist. Zeit, die ich nicht habe. Nicht haben will…Nicht für dich.Oder doch?

Denn davon gab es schon zu viel. Zu viele Momente, Gedanken, Luftblasen. Luftblasen, über das Leben, wie es sein könnte. Aber nicht ist. Nicht sein kann und niemals sein wird. Und das liegt an dir.Oder nicht?

Dich gibt es und das macht mich wortlos. Wortlos ob meiner eigenen Hilflosigkeit. Hilflos, weil ich nichts ändern kann.
Ich bin machtlos. Und hätte gern das Machtlos gezogen. Dann wäre ich in deiner Position. Erhaben. Erhaben über meine Gefühle.

Gedanken lassen sich nicht steuern. Gedanken beißen sich fest. Beißen sich in den letzten Winkel des Gehirns.

Unfälle hinterlassen Narben. Gedanken ganze Narbengeflechte. Irrgärten, in denen ich mich verlaufe. Verlaufen will.
Keine Wegweiser, die mir die Richtung zeigen. Keine Stoppschilder, die mich Achtsamkeit mahnen. Kein Tempolimit. Und so rausche ich dahin. Die pure Freiheit. Gefangen in meinem eigenen Kopf.

Sprichst du mit Anderen, bedenke deine Gedanken. Lebensentwürfe gehen schief. Schiefer als deine krummsten Gedanken jemals dachten.
Doch bereuen geht erst, wenn alle Mittel erschöpft sind. Und Gedankengut ist unerschöpflich. Zumindest in meinem Kopf.

Dein Kopf hat schon lange die Bremse gezogen und den Rückwärtsgang eingelegt. Auf den Fahrtwind geschissen.

Freitag, 29. April 2011

Dinge, die ich dir nicht erzählen würde

Meine Lippen wären zerbissen und blutig, meine Handflächen zerkratzt, aber ich würde lächeln, ja ich würde lächeln.

Ich könnte dir erzählen, wie gut es mir geht, wie ausgelassen ich jeden Tag begrüße. Ganz ohne Bauchschmerzen, ohne dunkle Gedanken oder einem Herzen aus Blei.
Das Kotzen, den Durchfall und die Tränen, den Schmerz, die unendliche Verzweiflung würde ich dir verschweigen.

Ich könnte dir erzählen, dass ich mit großer Freude unsere gemeinsamen Lieder höre, dabei an die Nächte denke, die wir zusammen auf durchgelegenen Sofas verbracht haben.
Ich würde dir sagen, wie sehr ich die Lieder mitsinge. Ohne zu weinen.

Ich könnte dir erzählen, dass ich keine Hoffnung mehr habe, mich doch noch zu ändern und dir endlich gerecht werden könnte und nicht in den Spiegel schaue, in dem ich jedes Mal Tja, haste dir selbst eingebrockt lese.

Und ich könnte dir erzählen, dass ich noch an unsere Welt glaube, die uns zu Füßen liegt, an die Welt, die wir Hand in Hand überrollen wollten, lachend über jede Hürde walzend. Wir selbst als unsere eigenen Tankstellen, gegenseitiges Kräftetanken. Ich würde dir nicht sagen, dass mir die Welt noch immer zu Füßen liegt. In Scherben.

Das hättest du nicht verdient. Du hättest die Wahrheit nicht verdient zu erfahren, weil du es nicht verstehen würdest und es nicht schätzen würdest.

Aber wenn du mich fragen würdest, könnte ich dir erzählen, dass ich jeden Abend mit meinen Freunden um die Häuser ziehe, eine grüne Flasche. iDas die Hand zur Faust geballt ist würde ich nicht sagen.

Und wenn ich mit dir sprechen würde, dann würde ich dir nicht von dem Nasenbluten erzählen, das ich hatte, nachdem ich ein fremdes Mädel angepisst habe, in dem Glauben, dass sie Diejenige ist, der jetzt Abends neben dir einschläft.
Ich würde dir nichts von den Tränen erzählen, die sich mit dem Blut und dem Rotz vermischt haben, als ich auf der Treppe eines Hauseingangs gesessen und so laut geheult habe, dass die Nachbarn Müll aus den Fenstern nach mir geworfen haben.

Wenn ich deine Handy-Nummer noch gespeichert hätte, würde ich dir jede Nacht SMS schicken in denen steht, dass ich mittlerweile an all den Orten war, die wir zusammen bereisen wollten, wenn wir mehr Geld und Zeit gehabt hätten. Aber nichts von dem leeren Konto, das sich nicht mal drei SMS an dich leisten könnte.

Wenn ich dich treffen würde und du mich mit deiner frechen Art fragen würdest, wie es mir eigentlich geht, dann wäre ich wie dieser Typ aus der Cola-Zero Werbung und würde lächeln.
Meine Lippen wären zerbissen und blutig, meine Handflächen zerkratzt, aber ich würde lächeln, ja ich würde lächeln.

Ich würde dir von den Wochenenden erzählen, davon dass ich jede Freitag Nacht neben meiner neuen großen Liebe einschlafe. Ich würde dir nicht sagen, dass ich jeden Samstag Morgen neben einem fremden Typ aufwache.
Und überhaupt würde ich dir erzählen, wie toll der Sex mit fremden Männern ist. Dass ich nur an dich dabei denke, falls ich mal einen kriege, würde ich dir nicht sagen.

Nein die Wahrheit hättest du nicht verdient.

Wenn ich deine neue Adresse hätte, würde ich dir Postkarten schicken, wie toll das Wetter ist und wie gut das Essen schmeckt. Ich würde dir nichts von der Appetitlosigkeit schreiben oder dem Regen, der ständig an meine heimischen Fenster prasselt.

Und wenn mich deine Freunde noch kennen würden, dann würde ich ihnen sagen, dass sie dir ausrichten sollen, wie gut es mir geht, dass ich nach den ganzen Monaten schon lange nicht mehr an dich denke. Ich würde ihnen kleine Bierdeckel für dich in die Taschen stecken, auf denen steht, dass ich es endlich begriffen habe. Dass es zwar lange gedauert hat, ich viel zu lange auf deine Vorwürfe gestarrt habe, aber erst jetzt den Durchblick habe.
Ich würde ihnen sagen, dass die Wunden geheilt sind und sie fürsorglich nach den deinigen Fragen.

Aber das hätten diese Wahrheiten nicht verdient. Denn ich habe mich erst hierher gebracht.

Die Frage nach der Überforderung

Und das alles ist selbstverständlich. So normal. Wenn ich euch sage, ich schaffe das nicht, kommt von euch: "Doch, das geht schon."

Die Frage nach der Überforderung. Ich bin überfordert. Ich weiß nicht, wo mein Kopf steht. Ich arbeite 8-10 Stunden am Tag.Ich habe zig Nebenjobs. Ich organiesiere, kontrolliere, revidiere. Ich versuche, mein Essverhalten zu kontrollieren. Allein der Supermarkt ist für mich eine Herausforderung, die am Ende des Tages naht. Ich muss meinen Körper akzeptieren. Ich kämpfe jeden Tag mit meinen Stimmungsschwankungen. Ich habe die person verloeren die ich am meisten liebe. ich soll mich mit dem Schmerz abfinden. Ich führe meinen eigenen Haushalt. Ich soll "Zeit für mich finden".

Und das alles ist selbstverständlich. So normal. Wenn ich euch sage, ich schaffe das nicht, kommt von euch: "Doch, das geht schon." Liebeskummer, Studium und Arbeit. Haben wir auch gemacht. Dann hat man halt ein paar Jahre kein Privatleben.Man lebt eben ein paar jahre nicht, sondern funktioniert nur.

Alles fängt sich an zu drehen. Um die 7 Komponenten, die ich tagtäglich in meinem Leben ausbalancieren soll. Die alle gut laufen müssen, weil mein Leben sonst kippt.
Die Arbeit gibt mir Halt. Gibt meinem Tag einen Sinn, fordert mich geistig, gibt mir Routine. Der Erfolg gibt mir Selbstbewusstsein und das Gefühl, weitermachen zu müssen, WEIL ICH ES KANN.
Die Uni brauche ich, um einen Abschluss zu haben. Um etwas vorweisen zu können. Um etwas im Leben gelernt und erlebt zu haben. Um Erfahrungen gemacht zu haben. Sie wird mich aussaugen.
Mein Essverhalten muss ich unter Kontrolle haben, um nicht wieder in einer Klinik zu landen. Um mich gut zu fühlen. Einkaufen ist eine Katastrophe. Manche Tage auch. Es läuft nicht gut.
Meinen Körper muss ich akzeptieren, damit ich mich nicht hasse. Damit ich mich traue, morgens aus dem Haus zu gehen. Und nicht die Bettdecke über den Kopf zu ziehen.
Die Stimmungsschwankungen bringen mich um. Nehmen mir jegliche Kontrolle. Manchmal. Ignoriere ich sie, werden sie schlimmer. Bearbeite ich sie, funktioniere ich nicht richtig.
Mein Haushalt ist wichtig, damit ich mich wohlfühle. Die Wohnung sollte mir Wärme geben, doch Sie ist kalt - ohne IHN. Fordert Arbeit.
"Zeit für mich" - Ha ha. Wann. Das letzte Glied in der Reihe. Doch so wichtig. Ich soll malen, raus gehen, Freunde treffen, mich nicht verhalten wie eine 35-jährige Frau. Klar.

Eines dieser Teilchen muss anders laufen als geplant und mein Leben läuft aus den Fugen. Überfordert mich. Gibt mir das Gefühl, aufgeben zu müssen. Nicht mehr weiter machen zu können. Und gerade gerät mein Leben aus den Fugen- wegen IHM. Er hat meinen Rythmus durcheinander gebracht. Er hat mich verletzt. Er hat mich zerstört.
Ein wenig Kritik in der Arbeit. Schlechte Note. Im Supermarkt fehlt die eine bestimmte Milch. Ich weiß nicht, was ich essen soll. Mein Körpergefühl ist schlecht. Ich fühle mich nicht gut. Habe Bauschschmerzen. Jemand durchkreuzt meinen straffen Zeitplan. Ich finde keine Zeit für mich.

Und dann kommt das echte Leben dazu. Das Leben da draussen. Rechnungen, Mahnungen, Arztbesuche, Gebühren, Strafzettel, Versicherungen. Freunde, Beziehungen, Einladungen.

Zu viel. Alles zu viel. Zu viel. Zu viel. Zu viel. Zu viel.

Mein Kopf PLATZT.

Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr.

Wohin wohin wohin?

In wie weit darf man sich auf seine Umgebung und Familie stützen? Hilfe einfordern. Was passiert wenn man heute sagt, ich kann nicht mehr. Wer soll einem helfen. Wer sagt einem, Hey Mädchen, wir fangen hier an. Wir machen das so und so und so. Prioritäten kann ich nicht setzten, denn ich habe ja ein Siebeneck, welches gerade die Balance verloren hat. Ich habe gesagt ich kann nicht mehr, ihr seid da. Aber ihr könnt mir nicht helfen.

Wieso sollte ein anderer meine Aufgaben und Versäumnisse ausbaden müssen? Wieso sollte sich jemand mein Versagen zu Herzen nehmen? Ich will das nicht. Ich möchte niemandem zur Last fallen.

Und wenn, dann möchte ich ernst genommen werden. Möchte, dass man mir glaubt und die Alarmglocken angehen, wenn ich sage: Ich bin überfordert.

Aber was sollt ihr auch tuen.

Wenn ich sage, ich bin überfordert, dann meine ich das. Dann sage ich das nicht, wenn ich gerade nicht mehr will. Oder einen schlechten Tag habe. Oder weil ich kein Geld mehr habe. Dann sage ich das, wenn ich SCHWIMME. Und fast UNTERGEHE.

Vielleicht bin ich für das Leben, allein in einer Gesellschaft nicht gemacht. Doch was ist die Alternative?

Kämpfen? Ja. Aber wenn ich die Rüstung verliere, bin ich schnell verletzbar.

Donnerstag, 28. April 2011

Ich hätte es mir gewünscht

Wenn sich ein kleines Kind wochenlang auf ein Spielzeug freut, das es aber erst zu Weihnachten bekommen wird, steigert sich die Vorfreude so dermaßen weit über die eigentliche Freude über das Spielzeug, dass es - das Kind - alles in den Hintergrund räumt, was an dem Spielzeug nicht stimmen könnte. Spätestens an Neujahr merkt das Kind, dass dieses Spielzeug lange nicht die Qualitäten erfüllt, die es sich erhofft oder vorgestellt hatte. Aber versuch mal, einem Kind am ersten Weihnachtsfeiertag zu sagen, dass das Spielzeug ganz einfach Schrott ist. Es wird das nicht verstehen wollen.

Diesen Vergleich stellte ich nach zwei Jahren Beziehung mit einem Kerl auf, der mich zwei Jahre behandelte, als wäre ich ein rostiges Stück Eisen im Keller. Und ja, zwei lange Jahre lang wollte ich es mir nicht eingestehen, handelte in Demut und Unterwürfigkeit, schön verpackt in einer Angst, die mir jeden Tag zuflüsterte "Wenn er nicht mehr da ist, bist du wieder alleine."
Und wieder alleine zu sein, schon der Gedanke war viel schlimmer als jede weitere Woche, die wir uns anschwiegen.

Bevor ich ihn kennenlernte, war ich eine einsame Kröte, die seit 23 Jahren auf einem langen Feldweg vor sich hinkrabbelte, den Krötenkopf alle zwei Meter nach einem Begleiter ausstreckte und doch alleine weiterkroch. Die paar Typen, die ich in den Jahren kennengelernt hatte, dienten nur dazu, mir zu zeigen, wie es sein könnte. Mit einem festen Partner, mit einem Mann an der Seite, wie meine Oma immer sagte. Diese Männer waren meisten nach wenigen Wochen schon wieder auf einem anderen Feldweg und ich kroch alleine weiter.

Ich hatte es satt. Ich war es so leid, immer wieder aufzugeben oder aufgegeben zu werden. Oft war ich diejenige gewesen, die die Männer wieder in die Wüste schickte, völlig am Ende, völlig zerrieben und verbraucht. Natürlich suchte ich die Ursachen bei mir. Konnte ja nur an mir liegen und meinen Traumvorstellungen, die ich von einer Partnerschaft hatte, die länger halten sollte als ein Versprechen im Wahlkampf.
Ich stürzte abwechselnd in Depressionen und Arbeit. Schaufelte mich in Beschäftigungen und Projekte, die mir nicht am Herzen lagen.
Und durch die Arbeit und den Sport lernte ich ihn kennen. Als den, der er war: ein verschwiegener seltsamer Kerl, der mich auf Anhieb beachtete, mich beeindruckte. Obwohl es langsam anlief, wollte ich keine Zeit verlieren, drängte ihn . Er hatte, wie ich, einen überschaubaren Bekanntenkreis, arbeitete viel.

Wenn ich die erste Zeit unserer Beziehung aus der heutigen Sicht betrachte, wird mir klar, dass wir die ersten Monate nur damit verbrachten, uns kennenzulernen und zu erzählen, was wir in den Jahren zuvor erlebt und verarbeitet hatten. Danach sagten wir uns kaum noch etwas Relevantes, außer den Dingen, die uns der Alltag gab und schnell wieder verschluckte. Wir lebten in einer schönen Wohnung, sahen uns morgens vor der Arbeit, abends nach der Arbeit und später im Bett.
Jeder normale Mensch hätte den Kopf geschüttelt, wenn er uns und unsere Beziehung als solche erlebt oder beobachtet hätte. Es gab Tage, an denen redete ich mehr mit meinen Pflanzen als mit ihm. Wenn ich die stillen Momente unterbrechen wollte, zu ihm durchdringen und mit ihm reden wollte, winkte er oft ab oder sah mir in die Augen, während ich ihm sagte, dass ich das Schweigen als Belastung empfand, und seufzte dann nur laut und zuckte mit den Schultern.
"Aber ich mag dich doch" waren dann die üblichen Wörter, die er wählte, um mich zu beruhigen.
Und das glaubte ich ihm sogar, das glaube ich ihm heute auch noch. Jedenfalls empfand er das, was er als Mögen bezeichnete, offensichtlich nicht nur für mich.
Wenn wir miteinander schliefen, tat er das sehr still, fast geräuschlos. Immer in der gleichen Stellung, mechanisch, ohne ein nettes Wort oder einer zärtliche Berührung. Er streifte nach seinem Orgasmus das Kondom ab und verschwand ins Bad. Als müsste er sich säubern, sich reinigen. Von mir.

Ich erinnere mich an einen Abend, an dem wir einen Ausflug in eine benachbarte Altstadt machten. Wir spazierten durch die kleinen Gassen in diesem Städtchen, links und rechts waren kleine Bars und Kneipen. An den Gassenrändern standen Tische und Stühle, geschmückt mit Girlanden und Kerzen, als er plötzlich meine Hand nahm und ich so erschrocken war, so überrumpelt durch die Berührung, dass ich meine Hand zurückzog, als hätte mich eine Biene gestochen. Mir war diese Situation sofort sehr peinlich und ich schaute mich um, in der Angst, dass das jemand gesehen hätte.

Ich sprach in den gemeinsamen zwei Jahren, die wir zusammen hatten, viel mit meiner Freundin. Über unsere Beziehung, über ihn und ob das alles denn normal sei oder ich mir etwas vormachte. Meine Mutter beschwichtigte, dass es zwischen ihr und meinem Vater auch nicht immer rosig gewesen war. Aber zwischen mir und meinem Freund war es nie rosig. Nur kalt und starr. Aber das sagte ich ihr nicht und tat so, als hätte ich mich beruhigt.
In diesen Jahren redete ich mir ständig ein, dass das so schon stimmte, dass das so schon ginge - nur nicht mehr alleine die kleine Kröte sein. Das wollte ich nicht.

Im letzten Jahr unserer Zeit als Paar versuchte ich immer öfter, mit ihm ein normales Leben herzustellen, redete auf ihn ein, schrieb ihm lange Briefe und versuchte durch Sex - der fast nicht mehr stattfand - meine Zuneigung zum Ausdruck zu bringen. Er reagierte wie ein Hund, den man jahrelang getreten hatte und plötzlich mit Leckereien und Streicheleinheiten überhäuft wurde - er war verunsichert und traute mir noch weniger.

Wir wohnten in einer Fußgängerzone, in der nur Häuser standen, in denen Geschäfte im Erdgeschoss und Büroräume in den Stockwerken oben drüber waren und abends, nach Geschäftsschluss, waren die anderen Häuser gegenüber unserer Wohnung fast komplett dunkel.
Manchmal stand ich nachts auf und schlich leise durch die Wohnung. Von der Küche ins Wohnzimmer, ins Arbeitszimmer und wieder zurück ins Schlafzimmer. Die Wohnung war dunkel, bis auf das wenige Licht, das durch die Leuchtreklame von draußen in unser Wohnzimmer scheinte.
"There's a light that never goes out" summte ich dabei im Kopf.
Ich betrachtete in diesen Nächten die leeren Häuser auf der anderen Straßenseite, die mich durch ihre dunklen Fenster, wie aus leeren Augenhöhlen eines Totenkopfes, anstarrten und ich starrte zurück, versuchte nicht einzuknicken, stellte mir dabei vor, ich würde ihm in die Augen schauen, vor denen ich so oft gekniffen hatte und dann sah ich in allen Fenstern nur noch sein Gesicht, seine traurigen Augen, die mich anstarrten. Mir wurde kalt und ich ging zurück ins Bett.

Ich weiß nicht, ob er die nächtlichen Wanderungen nicht mitbekam oder mich nicht fragen wollte, warum ich nachts so oft auf den Beinen war, jedenfalls sprach er es nie an. Ich wollte ihm davon erzählen, von den Eindrücken, die ich dabei empfand und dass mich die dunklen Fenster an sein Gesicht erinnerten, aber ich kam mir pathetisch und dumm vor, also ließ ich es bleiben.

Eines Abends hatte ich zuviel Wein getrunken, ich hatte keine Kontrolle mehr über die Dinge, die ich sagen und lieber nicht sagen wollte. Ich schüttete mich aus, schüttete ihm den ganzen Rotz vor die Füße, der sich in den letzten Jahren in meinem Inneren, auf meinem Herzen angesammelt hatte, schimpfte, schrie und lachte dabei. Er saß mir gegenüber am Esstisch, den Teller mit Essensresten noch vor sich und er spielte dabei mit einem Feuerzeug, ließ es immer wieder aufflammen. Als ich nicht mehr konnte und auf eine Reaktion, eine Entschuldigung, eine Einsicht oder wenigstens eine Regung von ihm wartete, fragte er mich ganz ruhig, wegen welcher Sache genau ich denn in diesem Moment weinen würde.

In der Nacht, in der ich ihm sagte, dass ich gehen und mich von ihm trennen würde, brannten nur ein paar Kerzen auf dem tisch, die ich zuvor für das Abendessen angezündet hatte. Die restliche Wohnung war dunkel. Bis auf die Schatten, die durch die flackernden Kerzen an die Wände geworfen wurden, fand keine Bewegung im Raum statt.
Er versuchte natürlich nicht, mich irgendwie davon zu überzeugen, bei ihm zu bleiben. Er machte gar nichts. Sah auf die Flammen der Kerzen und rechnete dann laut vor sich hin, was er nach mir alles erledigen und regeln musste.
Und da fiel mir auf, dass die Leuchtreklame nicht brannte, die ja sonst immer brannte. Aber ich fand es nicht schlimm, ich war sogar irgendwie froh darüber, dass es auch Lichter gab, die durchaus mal ausgehen konnten. Sollten.
Ich hoffe, dass ich aus den zwei Jahren gelernt habe, mich nie wieder in solchen Schlamm begeben werde, der mich nicht ertrinken und doch nicht laufen lässt.
Für mich war in der Trennungsnacht Neujahr. Ich war bereit, mich von dem Spielzeug zu trennen, nach dem ich so viele Jahre Ausschau gehalten hatte.