Experten unterscheiden fünf Phasen des Liebeskummers. Wie praktisch, wenn man sich sein Leid aufteilen kann....
Experten unterscheiden fünf Phasen des Liebeskummers: Bedrohung (Vorahnung), Lähmung (Gefühl der Leere), Verhandlung (Versuch, Trennung abzuwenden), Regression (Schmerz wird verdrängt) und Akzeptanz (Situation wird akzeptiert und angenommen).
Zwei Jahre. Es waren zwei Jahre meines Lebens, in denen ich geliebt, geweint, gelacht und mit dir mein Leben geteilt habe. Zwei Jahre, die dir jetzt nichts bedeuten. Altbacken wird es klingen und kindisch - Liebeskummer. Ja, jeder hatte es oder wird es schon irgendwann vor sich haben. Und die Welt wird sich immer weiter drehen, auch wenn ich dachte, dass meine Welt sich nur mit dir drehen würde.
Phase 1: Bedrohung (Vorahnung)
Ich frage dich wie es dir geht, du antwortest nicht. Ich will mit dir ins Kino gehen, du lehnst ab. Ich will mit dir zum See gehen, den Sonnenuntergang betrachten, du willst nicht. Ich will dich küssen, umarmen, ich will dich haben, ich will dich lächeln sehen, ich will dich sagen hören, dass du mich liebst. Ich will mit dir unter der Dusche singen und barfuß über den Strand gehen. Ich will dir durch die Haare wuscheln und ich will dir wichtig sein, ich will von dir angerufen werden. Wie früher. Ich will das "Früher" wieder haben. Und du sagst nein, zu allem, zu jedem Ding. Du lehnst es ab, aber willst nicht mit mir reden. Du willst oder kannst nicht sagen was passiert ist, was du denkst und was du fühlst. Ich kann nicht sehen was du siehst.
Phase 2: Lähmung (Gefühl der Leere)
Ein tauber Schlag. Ich höre dich Wörter sagen, viele, grausame Wörter, die mir eigentlich ins Fleisch schneiden sollen, aber ich kann deine Sätze nicht verarbeiten, nicht realisieren. Es ist vorbei. Du willst mich nicht, du lässt mich fallen. Ich werde nicht mehr mit dir unter der Dusche singen, ich werde nicht mit dir zum See fahren und ich werde dich nicht mehr küssen. Und lieben, werd ich dich auch nicht. Das alles seh ich vor mir, aber ich kann diese Dinge nicht fassen, sie sind weit weg. Unerreichbar, die sollen auch unerreichbar bleiben. Es ist nicht da, es kann mich nicht einholen.
Beklemennd, das Gefühl nicht aufstehen zu wollen. Ich will nicht in die Welt hinaus gehen. Ich will nicht denken und ich will nicht ohne dich den Tag erleben. Ich will nicht den Himmel ohne dich betrachten und ohne dich Filme schauen. Ich will nicht ohne dich essen gehen und ohne dich weggehen. Ich will nicht meine Zukunft ohne dich planen und ohne dich lachen. In mir macht sich ein Loch breit, drängt alle Organe zur Seite. Der Schmerz, der zuvor nur an mir geleckt hat, erhebt sich jetzt zu einer Welle. Warum willst du mich nicht?
Phase 3: Verhandlung (Versuch, Trennung abzuwenden)
Das ist doch alles nicht wahr, ein Albtraum mit uns in den Haputrollen. Der Schmerz ist da, aber du bist doch auch noch da. Und du liebst mich doch, irgendwo tief in dir drinnen? Liebst du mich doch,oder?. Und die zwei Jahre können dir doch nicht egal sein, ich kann dir doch nicht egal sein. Und ich kann dich doch nicht verlieren und du kannst mich doch nicht verlieren. Und wir können doch wieder zusammen sein. Und wir können doch alles vergessen, wir können uns wieder lieben und uns wichtig sein. Wir können doch alles ändern, wir können uns ändern, verändern. Wir können doch die Beziehung behalten. Wir könnten neu starten. Wir können hoffen und wir können es kriegen, die besseren Zeiten. Wir können wieder zusammen kommen. Das können wir doch, oder?
Phase 4: Regression (Schmerz wird verdrängt)
Du hast mir nie zugehört. Du hast dich nicht für mich interessiert. Du hast mich beleidigt und mich erniedrigt. Du hast mir weh getan. Du hast dich kindisch benommen, du hast mich nicht geschätzt. Du hast mich emotional kaputt gemacht. Du hast gesagt ich sei dir egal. Du hast gesagt du hast genug von mir. Du hast all deine Versprechen vergessen, du hast deine Schwüre vergessen, du hast mich vergessen. Du hast mich fallen gelassen. Du hast mir nicht geholfen. Du hast mich weinen lassen und mich enttäuscht. Du hast mich angelogen, mich verraten. Du hast deine Prioritäten anders gesetzt.
Du bist es eigentlich nicht wert, du bist meine Tränen nicht wert und meinen Kummer, meine Hilflosigkeit und meine Ohnmacht. Du bist doch ganz anders geworden. Dein altes ICH ist gestorben. Du bist ganz weg, du bist nicht mehr meins. Du bist weg. Du hast mir in die Seele gespuckt und meine Gefühle zertrampelt. Und jeder sagt mir, dass du mich nicht verdient hast, dass du es bereuen wirst. Du bist schlecht, schlecht für mich.
Im Vergleich zu Liebe ist Hass ein wirklich schwaches Gefühl.
..Die nächste Phase wäre eigentlich Akzeptanz, ich werde - glaub ich - lange auf sie warten .. Aber wo ist die Phase für schlechten Phasen? Für die Erinnerung und den Schmerz, den tiefen, bohrenden Schmerz. Wo ist der Platz für die Gedanken, die einen auffressen, einen verschlingen und nicht wieder loslassen.
Du hast mich geliebt. Mich gewollt, und mich bei dir haben wollen. Du hast mir die Welt versprochen, du hast dich mir versprochen. du hast mit mir geträumt und du hast mit mir gehofft. Du hast mit mir Städte bereist, du hast mich unterhalten, du hast mich gebraucht.
Wie konntest du das all vergessen? Wie konntest du mir das antun? Und ich dachte immer: es gäbe uns und es gäbe die Welt da draußen. Aber im Endeffekt waren auch wir die Welt da draußen.