Mittwoch, 27. Juli 2011

Filmriss.? - Nö, ich weiß noch alles.

Ich steh' auf weiße TShirt's, aber nicht auf dich. Licht aus. Verdammt. Schwindelgefühle.Moment, wo kommt die zusätzliche Zunge in meinem Mund her.?

Konzert vorbei. Ich habe zu viel getrunken. Viel zu viel. Wozu teilt man sich zu zweit zwei SixPack Bier, wenn der eine kein Bier trinkt.? Wir verschwenden das Bier nicht. Ich trinke es. So besoffen wie ich sein müsste, bin ich gar nicht. Du bist da, du wirst auf mich aufpassen. Warte, die kennen wir doch. Die Welt ist so verdammt klein. Wie oft hatte ich das an dem Abend eigentlich gerufen.? Sehr oft und viel zu laut. Nach dem ganzen gestolper', was ich immer noch als laufen verkaufe, landen wir schließlich in einer Wohnung. Sie sind alle viel älter, dass weißt du. Ich muss auf dich aufpassen, nicht andersrum. Was wird dein Vater bloß denken, wenn er wüsste, dürftest du nie wieder zu mir. Egal. Er weiß es nicht und wird es auch nie erfahren.
Warum guckt er so.? Nein, ich steh' nicht auf dich. Tat ich nie. Jetzt tu' nicht so als hättest du Interesse an mir. Du bist doch nur untervögelt. Darauf lasse ich mich nicht ein. Ganz bestimmt nicht. Ja, und wieso bin ich mit dir jetzt dennoch mitgekommen.? Und wieso stehen wir jetzt hier und reden um die Grütze rum.?

Treppenhaus. Ich gehe runter. Ganz langsam. Du bist vor mir. Ich mag dein weißes TShirt. Ich steh' auf weiße TShirt's, aber nicht auf dich. Licht aus. Verdammt. Schwindelgefühle. Kotzen ist nicht drin. Moment, wo kommt die zusätzliche Zunge in meinem Mund her.? Super. Wir sind mittendrin. Ja, fass ruhig mein Fett an. Mir ist sowieso alles egal.

Wie sind wir jetzt hier draußen gelandet.? Hätte ich bloß etwas anderes angezogen. Das Kleid sieht lieb aus. Ist es nicht. Wenn man weiß was man will. Wir werden heute Abend nicht ficken. Nein. Niemals. Ich blase dir auch keinen. Du spinnst doch. Kein komm' schon. Niemand kommt hier. Und nimm' deine Hand da weg, ich sage doch, hier kommt heute niemand. Ob ich einen Orgasmus habe.? Wovon denn du Genie.? Wieso stöhne ich so unnötig viel.? Ach, tu' ich ständig. Deswegen auch dieses ständige 'Psst, *****, nicht so laut'
Wieso entschuldige ich mich.? Es tut mir nicht leid. Es ist mir egal. Wieso gehen meine Hände jetzt plötzlich von alleine Richtung Spaßland.? Moment. Wo ist der Busen.? Kein Busen. Ok. Kein Busen. Kein Busen.? Weiter runter, da muss doch .... na aber HALLO. Ich kenne Vagina's. Ich weß wie Vagina's aussehen. Ich weiß wie Vagina's sich anfühlen. Das ist ganz bestimmt keine.

Verdammt. Was mache ich da mit meiner Hand. Ich wollte doch gar nicht. Wie bin ich jetzt auf meine Knie gekomm'.? Sonst bringt mich nichts runter. Das Aufstehen ist mir doch viel zu anstrengend. Und meine Knie. Meine armen Knie, den Dreck krieg' ich doch nicht weg. Es ist keine Vagina. Auch kein Lolli, dennoch behandel' ich es wie eins. Super.

Was sollen diese Pausen.? Die bringen mich völlig aus dem Konzept. Ich weiß so schon nicht was ich hier tue.

Hand voll Sperma gefällig.? Was soll ich jetzt damit.? Mein Kleid versaue ich mir nicht damit. Kannst du vergessen. Ich hätte es schlucken sollen. Wieso habe ich nicht.? Dein weißes TShirt. Eignet sich super als Handtuch. Danke. Sollte nicht er danke sagen.? Verdammt, wann habe ich in die Brennessel gefasst.? Man. Ausschlag und dreckige Knie. Der Abend ist ein voller Erfolg. Du fragst ob es unter uns bleibt.? Nö.

Ich denke über die Liebe erst wieder nach, wenn sie mir begegnet.

...Sagte ich einem Freund und dachte, dieser Satz gehört an meinen Kühlschrank, in meine Brieftasche, auf meine Stirn eingeritzt.

Wenn man mich vor drei Tagen, ach was, zehn Stunden, gefragt hätte, wie es mir jetzt nach der Trennung ginge, hätte ich geschluckt, geweint und schniefend geantwortet: " Na ja...".

Heute liege ich hier, in seiner Bettwäsche. Nur ein Handtuch um den Körper gebunden und dabei das erste Essen seit Wochen zu mir zu nehmen.
Wochen habe ich Tränen vergossen, denn so macht man das doch. Man weint der verlorenen Liebe hinterher. Manchmal demütigt man sich dabei etwas, setzt alles auf die vermeintlich letzte Karte um noch einmal laut "Roxanne" vor seinem Fenster zu singen oder einen schmachtenden Abschiedsbrief in den Briefkasten, genannt Posteingang zu werfen.
Dann aber hat man einen klaren Moment.

Ich wache auf, sehe was wir hatten, aber nur noch aus der Ferne. Sehe wie er jetzt ist. Ganz anders, als vor Monaten. Kühl. Verletzend.
Sehe mich vor Monaten. Verliebt und unsicher.
Blicke weiter und sehe mich vor Jahren. Verliebt. Verunsichert.

Was bleibt übrig?

Der Schmerz. Weltschmerz, könnte man sagen.
Es wird geheult, die Freundin wird am Telefon über Wochen belästigt und Kilo für Kilo schmilzt der Beziehungsspeck in eine wohlgeformte 36.
Der Mann war der Eine. Bis der nächste kommt und man den anderen relativiert. Ach na ja, so gut war er dann doch nicht.

Heute ist dieser Tag vor dem Neuen gekommen. Zum Glück!
Sich immer nur durch eine neue Partnerschaft aufzufangen ist doch anstrengend.

Aufzuwachen, noch eine letzte Träne zu verdrücken und festzustellen es geht weiter, ohne ihn, ohne sie alle.

Sie alle haben jetzt ein Leben, welches ich mir nicht ans Bein binden würde. Sie alle haben Eigenschaften, die ich teilweise abgrundtief hasse. Ich bin auch nicht mehr die Frau aus der letzten Sommerromanze oder sogar die Frau, die vor drei Wochen einsam und eingeigelt beschloss niiiiiie wieder aus dem Bett zu steigen.

Wer ich bin?
Ich habe keine Ahnung.

Trotzdem wäre es müßig sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Wenn die Liebe vor mir steht, ist es wieder an der Zeit an sie zu denken. Alles davor ist reine Qual und Marter.