Mittwoch, 27. Juli 2011

Ich denke über die Liebe erst wieder nach, wenn sie mir begegnet.

...Sagte ich einem Freund und dachte, dieser Satz gehört an meinen Kühlschrank, in meine Brieftasche, auf meine Stirn eingeritzt.

Wenn man mich vor drei Tagen, ach was, zehn Stunden, gefragt hätte, wie es mir jetzt nach der Trennung ginge, hätte ich geschluckt, geweint und schniefend geantwortet: " Na ja...".

Heute liege ich hier, in seiner Bettwäsche. Nur ein Handtuch um den Körper gebunden und dabei das erste Essen seit Wochen zu mir zu nehmen.
Wochen habe ich Tränen vergossen, denn so macht man das doch. Man weint der verlorenen Liebe hinterher. Manchmal demütigt man sich dabei etwas, setzt alles auf die vermeintlich letzte Karte um noch einmal laut "Roxanne" vor seinem Fenster zu singen oder einen schmachtenden Abschiedsbrief in den Briefkasten, genannt Posteingang zu werfen.
Dann aber hat man einen klaren Moment.

Ich wache auf, sehe was wir hatten, aber nur noch aus der Ferne. Sehe wie er jetzt ist. Ganz anders, als vor Monaten. Kühl. Verletzend.
Sehe mich vor Monaten. Verliebt und unsicher.
Blicke weiter und sehe mich vor Jahren. Verliebt. Verunsichert.

Was bleibt übrig?

Der Schmerz. Weltschmerz, könnte man sagen.
Es wird geheult, die Freundin wird am Telefon über Wochen belästigt und Kilo für Kilo schmilzt der Beziehungsspeck in eine wohlgeformte 36.
Der Mann war der Eine. Bis der nächste kommt und man den anderen relativiert. Ach na ja, so gut war er dann doch nicht.

Heute ist dieser Tag vor dem Neuen gekommen. Zum Glück!
Sich immer nur durch eine neue Partnerschaft aufzufangen ist doch anstrengend.

Aufzuwachen, noch eine letzte Träne zu verdrücken und festzustellen es geht weiter, ohne ihn, ohne sie alle.

Sie alle haben jetzt ein Leben, welches ich mir nicht ans Bein binden würde. Sie alle haben Eigenschaften, die ich teilweise abgrundtief hasse. Ich bin auch nicht mehr die Frau aus der letzten Sommerromanze oder sogar die Frau, die vor drei Wochen einsam und eingeigelt beschloss niiiiiie wieder aus dem Bett zu steigen.

Wer ich bin?
Ich habe keine Ahnung.

Trotzdem wäre es müßig sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Wenn die Liebe vor mir steht, ist es wieder an der Zeit an sie zu denken. Alles davor ist reine Qual und Marter.

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