Mittwoch, 8. Juni 2011

Wenn ich groß bin, will ich mal so werden wie du

Für dich.

Papa, ich danke dir für vieles, manchmal sage ich dir es auch. Meistens schimpfe ich mit dir, das ist nicht nett. Ich bin jetzt 25, am Ende meiner Ausbildung,am Anfang eines neuen Lebens, am Ende meiner Nerven.
Nicht immer war alles schön, aber du hast immer dein Bestes gegeben. Ich danke dir für vieles. Ich danke dir dafür, dass du der Oma gesagt hast, dass wenn es brennt, immer zuerst der Säugling gerettet werden muss, in dem Fall ich.

Ich danke dir dafür, dass du mir einen Bruder ersetzt hast, dass ich gelernt habe, mich durchzusetzen, um Essen und Schokolade zu streiten. Dass du mich immer bei Verrücktes Labyrinth hast gewinnen lassen. Oder bei Rummy. Ich danke dir auch für die zwei DM, die ich gewonnen hatte, als ich dich ernsthaft geschlagen hatte, weil ich besser wurde. Ich freue mich immer, wenn ich daran denke, dass du immer mit mir in den Reitstall gefahren bist, damit ich die Zwillings-Ponys streicheln konnte, und später ein Pferd mein eigen nennen konnte. Danke, dass du mir ein Heim gebaut hast mit deinen eigenen riesen Prankenhänden. Dass du mir Erdbeeren vom Feld geklaut hast, ein ganzes Kilo.

Ich danke dir dafür, dass ich erst mit 18 meinen ersten Freund hatte, nicht weil ich hässlich gewesen wäre, so wie ich dachte, nein, sondern weil jeder, auch ich, vor dir Schiss hatte. Ich danke dir dafür, dass du Aktionen bringst, auf die ich stolz sein kann, weil ich den coolsten Papa der Welt habe. Niemand sonst kenne ich, der betrunken gegen einen eingeschalteten Stromzaun gepinkelt hat :) Ich danke dir dafür, dass du jeden meiner Freunde akzeptiert hast und sie als Freunde behandelt hast.

Ohne dich wäre ich letztens im Flur nicht mehr aufgestanden, als meine große Liebe mich betrogen und verlassen hat, und den Satz für den ich dich damals am liebsten gehauen hätte, den verstehe ich jetzt "Ich weiß, es ist schlimm Prinzessin, aber da musst du durch und das gehört zum Leben einfach dazu." Du hast mich aufgehoben und einfach nicht mehr losgelassen. Ich danke dir nicht, dass du jeden Sonntagmorgen gerne um 9 Uhr anrufst. Oder dass du immer 5 Minuten vor meinem wecker an meine Türe geklopft hast. Das verstehe ich nicht. Niemals nie werde ich das verstehen. Und dann bist du beleidigt, wenn ich rum maule. Ich bedanke mich dafür, dass du gelernt hast, kritikfähig zu sein.

Danke, dass du versuchst mich zu verstehen, ich weiß, dass es manchmal nicht einfach ist. Danke für jedes Mal, dass ich dich anschreien durfte, weil ich in meiner Prüfungsphase oder mit meiner Krankheit nicht mehr ein oder aus wusste. Und dafür, dass du versuchst mein Studium zu verstehen oder meine Entscheidung aus krefeld weg zu gehen.

Danke dass du nicht immer sagst, wie sehr du dich um mich ängstigst.

Danke, dass du immer für mich da bist, auch wenn du manchmal nicht verstehst warum. Und dafür, dass du herzhaft mit mir lachst - auch wenn du Schmerzen hast, über alles Dumme. Danke dass du manchmal noch Kind mit mir bist. Ohne dich wäre ich nicht so geworden, wie ich heute bin. Danke für deine Liebe. Danke für deine Stärke!
Danke dass du noch da bist!

Danke Papa!


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