Freitag, 29. April 2011

Die Frage nach der Überforderung

Und das alles ist selbstverständlich. So normal. Wenn ich euch sage, ich schaffe das nicht, kommt von euch: "Doch, das geht schon."

Die Frage nach der Überforderung. Ich bin überfordert. Ich weiß nicht, wo mein Kopf steht. Ich arbeite 8-10 Stunden am Tag.Ich habe zig Nebenjobs. Ich organiesiere, kontrolliere, revidiere. Ich versuche, mein Essverhalten zu kontrollieren. Allein der Supermarkt ist für mich eine Herausforderung, die am Ende des Tages naht. Ich muss meinen Körper akzeptieren. Ich kämpfe jeden Tag mit meinen Stimmungsschwankungen. Ich habe die person verloeren die ich am meisten liebe. ich soll mich mit dem Schmerz abfinden. Ich führe meinen eigenen Haushalt. Ich soll "Zeit für mich finden".

Und das alles ist selbstverständlich. So normal. Wenn ich euch sage, ich schaffe das nicht, kommt von euch: "Doch, das geht schon." Liebeskummer, Studium und Arbeit. Haben wir auch gemacht. Dann hat man halt ein paar Jahre kein Privatleben.Man lebt eben ein paar jahre nicht, sondern funktioniert nur.

Alles fängt sich an zu drehen. Um die 7 Komponenten, die ich tagtäglich in meinem Leben ausbalancieren soll. Die alle gut laufen müssen, weil mein Leben sonst kippt.
Die Arbeit gibt mir Halt. Gibt meinem Tag einen Sinn, fordert mich geistig, gibt mir Routine. Der Erfolg gibt mir Selbstbewusstsein und das Gefühl, weitermachen zu müssen, WEIL ICH ES KANN.
Die Uni brauche ich, um einen Abschluss zu haben. Um etwas vorweisen zu können. Um etwas im Leben gelernt und erlebt zu haben. Um Erfahrungen gemacht zu haben. Sie wird mich aussaugen.
Mein Essverhalten muss ich unter Kontrolle haben, um nicht wieder in einer Klinik zu landen. Um mich gut zu fühlen. Einkaufen ist eine Katastrophe. Manche Tage auch. Es läuft nicht gut.
Meinen Körper muss ich akzeptieren, damit ich mich nicht hasse. Damit ich mich traue, morgens aus dem Haus zu gehen. Und nicht die Bettdecke über den Kopf zu ziehen.
Die Stimmungsschwankungen bringen mich um. Nehmen mir jegliche Kontrolle. Manchmal. Ignoriere ich sie, werden sie schlimmer. Bearbeite ich sie, funktioniere ich nicht richtig.
Mein Haushalt ist wichtig, damit ich mich wohlfühle. Die Wohnung sollte mir Wärme geben, doch Sie ist kalt - ohne IHN. Fordert Arbeit.
"Zeit für mich" - Ha ha. Wann. Das letzte Glied in der Reihe. Doch so wichtig. Ich soll malen, raus gehen, Freunde treffen, mich nicht verhalten wie eine 35-jährige Frau. Klar.

Eines dieser Teilchen muss anders laufen als geplant und mein Leben läuft aus den Fugen. Überfordert mich. Gibt mir das Gefühl, aufgeben zu müssen. Nicht mehr weiter machen zu können. Und gerade gerät mein Leben aus den Fugen- wegen IHM. Er hat meinen Rythmus durcheinander gebracht. Er hat mich verletzt. Er hat mich zerstört.
Ein wenig Kritik in der Arbeit. Schlechte Note. Im Supermarkt fehlt die eine bestimmte Milch. Ich weiß nicht, was ich essen soll. Mein Körpergefühl ist schlecht. Ich fühle mich nicht gut. Habe Bauschschmerzen. Jemand durchkreuzt meinen straffen Zeitplan. Ich finde keine Zeit für mich.

Und dann kommt das echte Leben dazu. Das Leben da draussen. Rechnungen, Mahnungen, Arztbesuche, Gebühren, Strafzettel, Versicherungen. Freunde, Beziehungen, Einladungen.

Zu viel. Alles zu viel. Zu viel. Zu viel. Zu viel. Zu viel.

Mein Kopf PLATZT.

Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr.

Wohin wohin wohin?

In wie weit darf man sich auf seine Umgebung und Familie stützen? Hilfe einfordern. Was passiert wenn man heute sagt, ich kann nicht mehr. Wer soll einem helfen. Wer sagt einem, Hey Mädchen, wir fangen hier an. Wir machen das so und so und so. Prioritäten kann ich nicht setzten, denn ich habe ja ein Siebeneck, welches gerade die Balance verloren hat. Ich habe gesagt ich kann nicht mehr, ihr seid da. Aber ihr könnt mir nicht helfen.

Wieso sollte ein anderer meine Aufgaben und Versäumnisse ausbaden müssen? Wieso sollte sich jemand mein Versagen zu Herzen nehmen? Ich will das nicht. Ich möchte niemandem zur Last fallen.

Und wenn, dann möchte ich ernst genommen werden. Möchte, dass man mir glaubt und die Alarmglocken angehen, wenn ich sage: Ich bin überfordert.

Aber was sollt ihr auch tuen.

Wenn ich sage, ich bin überfordert, dann meine ich das. Dann sage ich das nicht, wenn ich gerade nicht mehr will. Oder einen schlechten Tag habe. Oder weil ich kein Geld mehr habe. Dann sage ich das, wenn ich SCHWIMME. Und fast UNTERGEHE.

Vielleicht bin ich für das Leben, allein in einer Gesellschaft nicht gemacht. Doch was ist die Alternative?

Kämpfen? Ja. Aber wenn ich die Rüstung verliere, bin ich schnell verletzbar.

1 Kommentar:

  1. Ich finde manchmal ist es in Ordnung Menschen, um Hilfe zu bitten. Oft hilft es zu reden - mit einem Familien- oder Freundeskreismitglied.
    Man kann nicht immer alles alleine mit sich selbst ausmachen,

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