Donnerstag, 12. Mai 2011

Scherbenwelt.

Stell dir vor du wachst auf und stellst fest: Nichts war jemals so, wie es zu sein schien. Deine ganze Welt steht Kopf.

Vor dir: Scherben. Ein großer Haufen voll davon.
Mittendrin: Du. Oder was von dir übrig ist.

Wie fühlst du dich?
Betäubt? Kalt? Warm? Tot? Lebendig?
Fühlst du noch etwas? Oder sind deine Gefühle mittendrin. In diesem Haufen.
Die Kanten der Scherben scheinen scharf zu sein. Erschreckend und verlockend zugleich.

Du gehst hin, weißt du wirst dich verletzen, wenn du genauer hinsiehst. Doch du tust es.
Faszinierend, wie das Blut aus der Spitze des Zeigefingers läuft. Langsam. So dickflüssig. Das müsste weh tun. Dessen bist du dir sicher. Doch du spürst nichts. Du bist betäubt. Wo bleibt der Schmerz. Blickst auf deine Wunden. Sie tuen nicht weh, nur die Wunde in deinem Herzen.

Die Welt um dich herum erscheint wie durch einen Schleier.
Dreh dich um.
Bemerkst du die Schatten?
Erst nur ein paar, dann sind Sie überall.

Spitze Schreie. Kurz der Schmerz. So stechend. Er bringt dich um. Könnte... Doch du kannst ihn betäuben. Was bleibt, ist die Wut. Geifernd. Hasserfüllt. Grauenvoll.

Wut wandelt sich in Hass. Er frisst dich auf. Nimm dich in Acht.
Es ist so leicht zu fallen.

Mitten in die Scherben. Die Scherben, die deine Welt bedeutet haben.
In dir der verzweifelte Wunsch es zu reparieren.
Das richtige Werkzeug fehlt. Wird immer fehlen.
Nie wieder wirst du sie so zusammensetzen können, dass man die Bruchstellen deiner Welt nicht mehr erkennen könnte.

Was bleibt sind Narben. Zugleich Mahnung und Erinnerung.
Es ist nicht immer leicht.
Du wirst schon sehen.

Vielleicht wird es besser... Das Gefühl der Hoffnung ist warm. Wie die warmen Strahlen der Sonne auf deiner nackten Haut.
Nimm dich in Acht.
Verbrenn dich nicht.

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